Montag, 20. April 2015

Tag 7: Pamplona - Cizur Mayor - Zariquiegui - Alto del Perdón - Uterga

Ich geb's zu, heute Früh musste ich schon sehr mit mir kämpfen, um in Pamplona nicht den Bus in Richtung Burgos zu nehmen, denn trotz des gestrigen Ruhetags tat mir alles weh. Es kostete mich einiges an Überwindung, den Rucksack wieder zu schultern und mich zu Fuß auf den Weg zu machen, noch dazu, wo ich so ungefähr wusste, was mir bevorstand, denn die Etappe über den Alto del Perdón gilt bekanntlich nicht alles eine der leichtesten.

Universität von Navarra

In Pamplona hieß es erstmal nur der Beschilderung (im Boden eingelassene silberfarbene Kreise aus Metall mit dem Symbol des Jakobswegs) nachgehen und der wunderschön gepflegte Weg entlang der alten Befestigungsanlagen bis hinaus zum Campus der Universität von Navarra tröstete mich sehr schnell über meine Muskelschmerzen hinweg. Im Hauptgebäude der Universität bekam ich auch einen weiteren, sehr schönen Stempel in meinen Pilgerpass und dann ging es auch schon hinaus aus der Stadt nach Cizur Mayor, wo ich mich am Rastplatz für den bevorstehenden Aufstieg stärkte.

Anstieg zum Alto del Perdón

Es war ein so wunderschöner Tag und die Landschaft entlang des Weges war so beeindruckend, dass ich mich kaum sattsehen konnte und die heutige Herausforderung gerne auf mich nahm. Nach ein paar Kilometern kam ich an den Ruinen von Guendoláin vorbei und erreichte schließlich das romantische kleine Städtchen Zariquiegui, wo ich im Schatten eine weitere kurze Rast einlegte.

Zariquiegui - ein traumhaftes Plätzchen

Windpark Sierra del Perdón


Nun ging es aber wirklich ans "Eingemachte". Der Weg zum Alto del Perdón führte steil nach oben, es war bereits Mittagszeit und die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel. Aber natürlich gab es jetzt kein Zurück mehr und so erreichte ich gegen 14 Uhr endlich den "Berg der Läuterung". Hier war es angenehm kühl und die Landschaft von oben grandios.
 
Pilgerdenkmal Alto del Perdón
 
Ich blieb jedoch nicht sehr lange hier oben sitzen, denn soviel ich gehört und auch auf dem Abstieg von Roncesvalles nach Zubiri am eigenen Leib erfahren hatte, stand mir noch ein sehr schwieriges Stück Weges bevor. Der Weg bergab war für mich eine echte Herausforderung und ich musste mich auf den Schotterhalden extrem konzentrieren, um ein Ausgleiten zu vermeiden. Je tiefer ich nach unten kam, umso leichter wurde der Weg, aber umso stärker brannte die Sonne vom Himmel.

Uterga


Ich war daher froh, als ich Uterga erreichte und dort das Schild einer Herberge sah. Glücklicherweise war noch ein Bett frei und meine heutige Etappe beendet. Duschen, umziehen und dann ein kühles Bier ... der Abend war gerettet!




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