Freitag, 17. April 2015

Tag 2: Bayonne - Saint-Jean Pied de Port - Roncesvalles


Am Bahnhof von Bayonne treffe ich "meine" kleine Hamburgerin wieder. Wir frühstücken, wie es sich in Frankreich gehört, Café crème mit Croissants und warten auf den Zug ... äh Bus, denn die Bahnstrecke wird derzeit umgebaut.
Der Bus fährt pünktlich los und bringt uns über Cambo Les Bains nach Saint-Jean. Als pflichtbewusste Pilgerinnen gehen wir als erstes zum Pilgerbüro in der Altstadt. 

Saint-Jean Pied-de-Port

Hier erhalte ich meinen ersten Stempel und meine Begleiterin die Adresse eines Hostels. Sie wird die Nacht hier verbringen und morgen Früh den Weg über die Pyrenäen nach Roncesvalles nehmen. Ich nicht, denn ich habe Angst, dass dieser Gewaltmarsch für mein Knie noch zuviel ist und ich frühzeitig aufgeben muss.

Der erste Weg führt ins Pilgerbüro

Jetzt ist es schon 13:30 und Zeit für das Mittagessen. Wir gehen in das Lokal gleich gegenüber und stärken uns mit Bocadillas, Salat und trinken zur Feier des Tages Kronenbourg.

Meine Umhängetasche hat sich in den wenigen Stinden als sehr unpraktisch erwiesen, da sie mir immer über die Schulter rutscht und so investiere ich in eine gute Bauchtasche. Auch eine Jakobsmuschel darf natürlich nicht fehlen.


Den Nachmittag verbringe ich in einem Park: Es ist sehr schwül, der Rucksack ist schwer und ich beneide die anderen Pilger, die ihr Gepäck bereits in ihrer Unterkunft abgegeben haben und in Sandalen und ohne zusätzliches Gewicht durch die Stadt flanieren. 
Später gehe ich zu Carrefour: Um nicht einmal 2,50 bekomme ich eine große Flasche Mineralwasser, eine Banane, Kekse und 2 Sandwiches. 
Gestärkt wandere ich zurück ans andere Ende des Ortes. Gleich beim Stadttor befindet sich die Bushaltestelle der ALSA.

Mit dem Bus nach Roncesvalles

Der Bus aus Pamplona ist pünktlich und bringt mich als einzigen Fahrgast in 40 Minuten über N135 über Valcarlos nach Roncesvalles. 
Ich bin froh, dass ich mich - wie ich vorher kurz angedacht hatte - nicht dafür entschieden habe, diesen Weg zu Fuß zu gehen. Es wäre ein sehr gefährliches Unterfangen gewesen ... die Straße ist eng, es gibt keine Möglichkeit für Fußgänger auszuweichen und außerdem ist weit und breit keine Menschenseele zu sehen.

In Roncesvalles ist es angenehm kühl, der Empfang in der wunderschönen, modernen und sehr gepflegten Albergue jedoch umso warmherziger. Drei holländische "Hospitaleros" nehmen sich freundlich jedes einzelnen Ankommenden an.

Albergue de Roncesvalles

Ich bekomme ein Bett mit dazugehörigem Schließfach und einer Steckdose zum Aufladen meines Handys zugewiesen, dusche schnell und schlafe bald ein. Zum Wäschewaschen ist heute keine Zeit mehr - die Sachen würden auch gar nicht bis morgen Früh trocknen - und um 22:00 heißt es Licht aus.

Schlafkojen in Roncesvalles




1 Kommentar: