Donnerstag, 19. Mai 2016

Exakt 10 Kilo weniger

Leckeres "Pilgerfrühstück" in Pamplona

Seit meiner Rückkehr aus Spanien hatte ich enormen Stress, denn kaum war ich wieder zu Hause, wurde meine Mutter, die zu Hause gestürzt war und glücklicherweise rechtzeitig gefunden wurde, ins Krankenhaus eingeliefert, wo ich seitdem jeden Tag mehrere Stunden verbracht habe.

Ein typisches Mittagessen: "Pescado" mit Weißbrot und Cerveza

Schon in den letzten Tagen, als das Wetter langsam frühlinghaft wurde, fiel mir auf, wie locker verschiedene Kleidungsstücke saßen, die ich seit dem vergangenen Herbst nicht mehr angehabt hatte und heute habe ich mich nach langer Zeit wieder einmal auf die Waage gestellt: Seit meinem ersten Aufbruch auf den Camino im April des vergangenen Jahres (wer hier mitgelesen hat weiß: Ich gehe ihn in Teilstücken, und war bisher ein Mal 10, ein Mal 12 und einmal 20 Tage unterwegs) habe ich exakt 10 kg abgenommen, und das ist wirklich sehr erfreulich.

Vorräte auffüllen in Población de Campos

Mit Kleidergröße 42/44 bei einer Körpergröße von über 1,70 war ich auch vorher nicht wirklich dick, aber 10 Kilo sind 10 Kilo und Größe 40 sieht einfach um vieles besser aus.

Tapas in Villalcázar de Sirga


Dieser positive Nebeneffekt überrascht mich selbst, denn ich gehöre eher zu den gemütlicheren PilgerInnen, gebe mich bei Schlechtwetter auch einmal mit 10 oder 12 km zufrieden und meine Ernährung auf dem Camino (Spanisches Frühstück mit Weißbrot oder - schlimmer! - Schokocroissant, unterwegs Bananen, Nüsse und Schokolade, zu Mittag gerne ein Glas Bier zur Tortilla usw.) kann man nicht gerade als gesund bezeichnen. Aber wie auch immer: Die Waage lügt nicht und ich bin die lästigen Kilos, die ich seit der Zeit, als ich vor 12 Jahren in einen "sitzenden" Beruf gewechselt bin, zugelegt habe, wieder los.

Deftiges Mittagsmahl in Itero de la Vega

Abnehmen ist natürlich nicht Sinn und Zweck des Jakobswegs und daher möchte ich mich an dieser Stelle auch nicht weiter über dieses Thema verbreitern (ich habe unterwegs übrigens auch Leute kennen gelernt, die über Gewichtszunahme geklagt haben), denke aber, dass es richtig war, morgens ohne groß zu frühstücken loszulaufen, gegen 10 Uhr eine erste ordentliche Mahlzeit zu mir zu nehmen, am frühen Nachmittag (nach der Ankunft im jeweiligen Quartier) die zweite und abends auf üppige Pilgermenüs zu verzichten.

Abendessen in Rabé de las Calzadas

Auch in diesem Sinne: Buen camino! ... Wie ich finde, ein viel schönerer Weg, überflüssige Kilos zu verlieren, als frustrierende Diäten oder langweilige Übungen im Fitness-Studio.




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