Sonntag, 1. Mai 2016

Ein letzter halber Tag in León


... und ich beschließe, mich einfach treiben zu lassen und zu sehen, was mir der heutige Tag zu bieten hat.

Die Nacht war laut und unruhig, so habe ich heute etwas länger geschlafen. Als ich gegen 09:00 nach einem schnellen Kaffee das Hostal verlasse, ist es mit 6° doch noch sehr kalt.

Zuerst gehe ich in den Supermarkt, in dem ich schon an meinem ersten Tag hier eingekauft habe, um mich für den heutigen Tag mit Essbarem zu versorgen. Mir steht ja am Nachmittag eine lange Zugfahrt (5 Stunden, zurück nach Bilbao) bevor.

Gaudí-Statue vor dem Handelshaus Casa de Botines

Ich verstaue die Sachen im Kühlschrank, den darf ich, so lange ich ihn benötige, sprich bis zu meiner Abreise, benützen. Als ich das Haus neuerdings verlasse, ist es immer noch nicht viel wärmer, daher steht mir der Sinn nach einer schönen Tasse Cappuccino irgendwo auf einem sonnigen Plätzchen.

Mein Weg führt mich hinunter zum Fluss, die Sonne wird etwas wärmer und ich finde auch ein nettes Lokal für meinen Kaffee. So gestärkt schlendere ich die Uferpromenade entlang und staune wieder einmal, was für ein bewegungsfreudiges Volk die Spanier doch sind. Trotz der relativ frühen Stunde und der kühlen Temperaturen ist der Paseo bereits voller Leute: Kleine Kinder vergnügen sich auf den Spielplätzen, junge Leute fahren mit dem Rad, mit Roller skates oder joggen den Fluss entlang, ältere Damen und Herren promenieren und unterhalten sich lebhaft, ganz Alte genießen im Rollstuhl die Wärme der Sonnenstrahlen.

Miniatur-Kraftwerk am Rio Bernesga

Ich gehe am Wasserfall und dem Miniaturkraftwerk vorbei bis zur steinernen Brücke. Dort endet die Uferpromenade und ich gelange direkt auf den großen schönen Platz, auf dem sich das Luxushotel Parador befindet. 

Spanische Hochzeit im Parador de León


Hinein darf ich leider nicht, doch draußen werde ich mit einer spanischen Hochzeit belohnt: Ein pinkfarbener Jaguar bringt das Brautpaar hier her, trotz Kälte und Wind posieren die beiden samt ihren winzigen 3 Brautjungfern für den Fotografen.

Edificio Europa - das Europagebäude in León

Als sie in der Kirche verschwinden, habe auch ich genug gesehen. Weiter geht es, ein letztes Mal an der Junta und dem wunderschönen Europa-Gebäude mit seiner Fassade aus spiegelndem blauen Glas vorbei zurück in die Altstadt.

Bevor ich sterbe, möchte ich ... Tafel auf einem Volksfest in León

Plötzlich höre ich fröhliche Musik in der Art, wie ich sie von meinen Reisen auf die Kanaren kenne. Ich folge den Klängen und finde mich ganz plötzlich inmitten einer Veranstaltung wieder, in der es offensichtlich um den Schutz und Erhalt unserer Umwelt geht. Kinder aller Altersgruppen mit ihren Eltern und Großeltern warten anscheinend auf ihren Auftritt, es gibt eine Foto-Ausstellung über fair hergestellte Baumwolle und Stände mit Essen, Getränken und Recycling-Produkten. 

Die gotische Kathedrale Santa María de Regla von León

Langsam wird es nun Zeit, ins Hostel zurück zu kehren. Ich folge den gelben Pfeilen - denn der Jakobsweg ist überall präsent - durch verwinkelte Gässchen, vorbei an Lokalen, vor denen gut gelaunte Menschen in der Sonne sitzen, bis zur Kathedrale und hole mir im Touristeninformationsbüro gleich gegenüber meinen heutigen Stempel für den Pilgerpass.


Dann muss ich der schönen Stadt Leon leider auf Wiedersehen sagen, hole meine Sachen aus der Herberge und gehe zum Bahnhof. Pünktlich um 15:44 geht mein Zug nach Bilbao. Was mich dort wohl noch alles erwarten wird?

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