Sonntag, 27. September 2015

Tag 9: Ventosa - Nájera - Logroño

Ich verließ keine 5 Minuten nach den anderen die Herberge, dennoch - es war 7 Uhr und stockfinster - waren sie irgendwie von der Dunkelheit verschluckt und das war einer der Momente, in denen ich doch ein wenig richtig Angst bekam.

Meine Power Bank für das Smartphone verfügt zwar über eine Taschenlampenfunktion, doch weit reichte das Licht bei der Dunkelheit nicht und so verlief ich mich und folgte - wie sich später herausstellen sollte - dem Radweg anstatt des Caminos und landete nach mehreren Kilometern über Stock und Stein und einem ziemlich großen Umweg schließlich in der Ortschaft Huércanos.


Als es gegen 8 Uhr etwas heller wurde, fühlte ich mir zwar wohler, dennoch war aber weit und breit keine Menschenseele zu sehen, und erst kurz bevor ich Huércanos erreichte, kamen mir vereinzelte Traktoren auf dem Weg in die Weingärten entgegen, was für mich als Frau allein unterwegs auch nicht gerade ermutigend war ...

Weingärten zwischen Ventosa und Huércanos



Gott sei Dank traf ich irgendwann auf eine Joggerin, die mir den Weg nach Nájera zeigte und gegen 9:00 Uhr traf ich dann dort - seltsamerweise praktisch zeitgleich - mit den Pilgern, die vor mir die Herberge verlassen hatten in der Cultubar am Ortsrand von Nájera wieder zusammen, wo auch sie sich ihr Frühstück schmecken ließen ...

Cultubar Nájera
  Standardfrühstück auf dem Camino ...

Damit war nun für diesmal das vorläufige Ende meines Caminos erreicht und ich musste an den Rückweg denken. Die Kellnerin beschrieb mir den Weg zur nächsten Bushaltestelle und von dort ging es wieder mit der Linea Metropolitana zurück nach Logroño.

Jetzt war ich klüger, als bei meinem ersten dortigen Aufenthalt und hatte mir im Voraus ein Bett in einer Herberge mit besseren Bewertungen, der Albergue Albas reserviert. Die Alberghiera Blanka nahm mich sehr freundlich auf und verwöhnte ihre Gäste sogar mit Süßigkeiten.



Das San Mateo-Fest war zwar noch immer voll in Gang, doch heute war es eher ein Tag der Familien und Kinder und somit verlief alles in normalem Rahmen.


Auch ich verkostete zu Mittag bei den Ständen am Hauptplatz regionale Spezialitäten und besuchte in Ruhe die Kirche Santiago el Real und die dahinter gelegene Plaza de Santiago (wegen des dort befindlichen in den Boden eingelassenen überlebensgroßen Würfelspiels - auf Spanisch: "juego de la oca" -  mit den diversen Pfarren auf dem Camino Francés im Volksmund auch "Plaza de la Oca" genannt).

Iglesia de Santiago el Real

Plaza de la Oca

Am kommenden Morgen würde es dann mit dem Schnellzug zurück nach Barcelona und zwei Tage später von dort aus mit dem Flieger wieder nach Hause gehen... Hasta la vista, camino! Doch die Fortsetzung ist bereits geplant ...

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