Freitag, 5. August 2016

Österreichischer Jakobsweg: Ried am Riederberg - Siegersdorf (12 km)

Pfarrkirche Gablitz

Langsam wird es mühsam, den Jakobsweg in Form von Tagesausflügen von Wien aus zu gehen. Im Osten von Wien, auf der Strecke zwischen Wolfsthal und der Bundeshauptstadt, war das mit der S7 überhaupt kein Problem, da diese in allen Ortschaften hält bzw. alle Etappen entlang der S-Bahn liegen. Im Westen sieht es leider etwa anders aus, der Weg verläuft südlich der Bahnstrecke durch das Tullnerfeld, und ohne 2 bis 3-maliges Umsteigen gelangt man nirgends hin, wobei die Busse auf dem Land nur in großen Abständen verkehren.

Barbara-Kloster in Gablitz

Gestern verpasste ich den Bus in Hütteldorf nur um eine Minute und der nächste fuhr nur bis Gablitz. Also nutzte ich die Stunde, die ich auf den 447-er nach Ried warten musste, um mir die Pfarrkirche und das Kloster ein wenig anzusehen.

Typische Landschaft im Tullnerfeld: Marterl in Elsbach


Von Ried am Riederberg aus wanderte ich anschließend den sehr gut beschilderten Jakobsweg nach Elsbach. Wie auch auf den Fotos zu sehen, löste sich die Bewölkung nach und nach auf, die Sonne kam durch und es wurde extrem heiß. Zum Glück hatte mir in Hütteldorf ein Angestellter der Wiener Verkehrsbetriebe im Rahmen einer Werbeaktion für den Umbau der U4 noch 2 Flaschen Mineralwasser mitgegeben, so war ich mit Wasser ausreichend versorgt.

Vorbildlich Beschriftet: Gelber Pfeil in Elsbach

Der Weg verlief immer den Elsbach entlang und bald war ich in Sieghartskirchen. Nach einer kurzen Rast auf einer schattigen Bank beim Friedhof gönnte ich mir ein Erdbeereis. Die Hitze war mittlerweile fast unerträglich, Schatten auf dieser Etappe eher eine Seltenheit, und irgendwie verlor ich hier auch die Markierungen aus den Augen und landete am Ortsausgang von Sieghartskirchen auf der stark befahrenen Bundesstraße.

Weg entlang des Elsbachs

Da die Bundesstraße über keinen Pannenstreifen verfügte und mir mein Leben lieb ist, musste ich wohl oder übel einen Umweg gehen. So gelangte ich über Henzing und Ranzelsdorf auf der Landstraße nach Abstetten und von dort nach Dietersdorf, wo ich - Gott sei's gedankt! - wieder auf einen gelben Pfeil stieß.

Auf der Lindenhöhe

Über die Lindenhöhe - zum Glück wirklich nur eine Anhöhe und kein Berg - ging es anschließend entlang der Großen Tulln, vorbei an Plankenberg, die letzten Kilometer bis Siegersdorf.
 
Bei flirrender Hitze kurz vor Siegersdorf

Siegersdorf: Info-Tafel für Jakobspilger am Ortseingang

Hier am Ortseingang von Siegersdorf befindet sich auch eine Pilgerherberge auf Selbstversorgerbasis. Da ich am selben Tag aber noch nach Wien zurück musste, konnte ich sie mir nicht näher ansehen.

Jakobsbrunnen in Siegersdorf

Ich ging also ins Ortszentrum zur Bushaltestelle. Leider verkehren Busse in dieser Gegend nur sehr selten und so musste ich mehr als eine Stunde auf den 447er warten. Das Gasthaus Harold, gegenüber der Kapelle, wo sich auch die Bushaltestelle befindet, war leider, wie so viele andere in der Ferienzeit, geschlossen.

Siegersdorf - Kapelle

Der Bus kam pünktlich, war klimatisiert und ich der einzige Fahrgast. In wenigen Minuten war ich am Bahnhof in Tullnerfeld, erwischte zum Glück noch den City-Jet nach Wien, und nach einem letzten Mal Umsteigen in den Bus beim Hauptbahnhof kam ich gegen 19 Uhr ziemlich geschlaucht nach Hause.

An der Großen Tulln zwischen Siegersdorf und Plankenberg


Wie immer gibt es auch Positives an der Sache: Für die Fortsetzung meines spanischen Camino ab León im September bin ich mittlerweile bestens vorbereitet. Viel heißer kann es dort auch nicht werden ...






Mittwoch, 3. August 2016

Jakobsweg Wien - 1. Etappe: Von Schwechat nach Wien Donaustadtbrücke (ca. 10 km)


Eine wunderschöne Halbtagswanderung mit vielen tollen und interessanten Plätzen entlang des Weges, Badevergnügen inbegriffen ...

Geh-/Radweg entlang der Schwechat

Vom Schwechater Hauptplatz ging es heute zunächst auf dem Radweg immer geradeaus an der Schwechat entlang, vorbei am Biberlehrpfad, unter der S-Bahnbrücke durch bis zu den schon von Weitem sichtbaren ehemaligen Hammerbrotwerken.

Biberlehrpfad Schwechat
Bahnunterführung
Hammerbrotwerke Schwechat

Hier kam ich irgendwie von der auf der Website des Wiener Jakobswegs beschriebenen Route ab (eine Beschilderung ist zwar vorhanden, aber leider nicht in ausreichendem Maße) und landete in Ebreichsdorf, was prinzipiell nichts ausmachte, denn so richtig verlaufen kann man sich in Wien nicht, und mir sehr schöne Fotomotive lieferte.

Die schöne frühbarocke Pfarrkirche Kaiserebersdorf
Auch das ist Wien ...
Gefallenendenkmal in Kaiserebersdorf
Erst Anfang August, doch bereits leicht herbstlich

Und schließlich traf ich auch wieder auf einen gelben Pfeil. Nun war ich beinahe im Alberner Hafen, den ich vom Simmeringer Hafen Open Air bereits gut kannte. Auch den dort befindlichen Friedhof der Namenlosen hatte ich bei dieser Gelegenheit besichtigt, daher pilgerte ich weiter in Richtung Donaukanal.

Alberner Hafen mit Getreidespeicher
Hafen Wien
Hafenbrücke Freudenau

Ich überquerte den Donaukanal auf der Hafenbrücke Freudenau und gelangte anschließend zu dem wirklich beeindruckenden Donaukraftwerk Freudenau.

Aussichtsturm mit Brückenaufgang zum Donaukraftwerk
Donaukraftwerk Freudenau

Auf einer zweiten Brücke, die zum Kraftwerk gehört, überquerte ich nun die Donau, konnte zwei Ausflugsschiffen beim Passieren der Schleuse zusehen und den herrlichen Blick auf die Donau in beide Richtungen - flußaufwärts sowie flussabwärts - genießen.

Die Donau flußabwärts vom Kraftwerk aus gesehen

Nun war ich auf der Donauinsel und wanderte den Treppelweg stomaufwärts bis zur Steinspornbrücke, welche die Neue Donau überquert und mich in die Lobau brachte. Sowohl auf der Donauinsel, als auch am Ufer der Neuen Donau gibt es Liegwiesen, Grillplätze, zahlreiche Bänke, Trinkbrunnen, Sanitäreinrichtungen und sogar am Ufer befestigte Schwimmfloße.

Erholungsgebiet Donauinsel
Steinspornbrücke über die Neue Donau

Mittlerweile war es bereits 14 Uhr, die Sonne schien kräftig vom Himmel und ich beschloss, eine Rast einzulegen und die Füße von einem Badefloß aus ein wenig ins kühle Wasser baumeln zu lassen. Bis auf ein paar türkische Familien, die es sich in den Grillzonen gemütlich gemacht hatten, ein paar Damen mit ihren Hunden im Hundebadebereich, einige Radfahrer und Rollerskater und einen Naturfotografen war der Badestrand entlang der Neuen Donau fast menschenleer.

Ein kleines Paradies: Badefloß an der Neuen Donau

Als es Zeit wurde, aufzubrechen, hatte ich nur mehr ein paar Meter - unter der Ostbahnbrücke durch - bis zur Donaustadtbrücke und war somit an meinem heutigen Etappenziel, dem Denkmal des Hl. Koloman angekommen.

Ostbahnbrücke
Denkmal des Hl. Koloman bei der Donaustadtbrücke


Montag, 1. August 2016

Jakobsweg Wien - 3. Etappe: Vom Stephansdom zum Schloss Schönbrunn (6 km)

Hotel Sacher und Wiener Staatsoper

Vom Stephansdom gehe ich über den Neuen Markt und die Tegetthoffstraße (die aufgrund der Menschenmassen kaum passierbare Kärntner Straße schenke ich mir) am Mahnmal gegen Krieg und Faschismus vorbei bis zur Albertina und biege dann rechts in die Hanuschgasse ab.

Mahnmal gegen Krieg und Faschismus von Alfred Hrdlicka

Hier befindet sich der Eingang zum Burggarten mit dem Denkmal des (aus dem Gesangsunterricht zur Genüge bekannten) Abraham à San(c)ta Clara.

Eingang zum Burggarten

Gleich rechts sieht man das "Palmenhaus", in welchem sich auch ein schönes Restaurant mit einer großen Terrasse befindet - mein Tipp für ein gemütliches Pilgerfrühstück, einen Brunch oder nachmittags auf einen Kaffee.

Das Palmenhaus

Etwas weiter stoßen wir wieder auf Kaiser Franz Joseph I., ziemlich versteckt zwischen großen alten Bäumen und Sträuchern und auf das berühmte Denkmal des noch berühmteren Wolfgang Amadeus Mozart, welches von Asiaten nahezu belagert wird ...

Kaiser-Franz-Joseph Denkmal im Burggarten
Zwar kein Wiener, aber fast ... Wolfgang A. Mozart

Beim Verlassen des Burggartens gelangt man auf den Burgring, die breite, stark befahrene Straße, die ringförmig um die "Innere Stadt" Wiens verläuft. Man überquert sie - entweder über- oder unterirdisch und gelangt am Museumsquartier vorbei auf die Mariahilfer Straße, eine der großen Einkaufsstraßen, seit 2015 Fußgängerzone oder auf Neudeutsch "Flaniermeile".

Stifstkirche auf der Mariahilferstraße

Vorbei an der Stiftskirche (auf der rechten Seite), dem Traditionskaufhaus Gerngroß (ebenfalls rechts) und  der Mariahilfer Kirche (auf der linken Seite) geht es immer geradeaus bis zum Mariahilfer Gürtel.

Mariahilfer Kirche

Mariahilfer Straße mit Kaufhaus Gerngroß

Am Christian-Broda-Platz laden Holzbänke und 2 Brunnen zum Rasten ein.

Christian-Broda-Platz

Trinkbrunnen

Gleich gegenüber, auf der anderen Seite des "Gürtels", welcher die Innenbezirke von den Außenbezirken trennt, liegt der Westbahnhof, der auch ein Shopping-Center beinhaltet.

BahnhofCity Wien West

Die äußere Mariahilfer Straße geht drüben im 15. Bezirk weiter. Auf der rechten Seite, wenige Meter nach dem Westbahnhof, befindet sich ein großes Sportgeschäft, in dem auf 5 Etagen alles angeboten wird, was ein Pilger oder eine Pilgerin an Ausrüstung benötigt.

Es geht nun leicht bergauf bis zum Technischen Museum und dem Auer-Welsbach-Park, einem schönen Landschaftspark im englischen Stil.

Auer-Welsbach-Park

In der

Fassade der Herz-Mariä-Kirche



Wienfluss bei Schönbrunn

U-Bahn Haltestelle Schönbrunn - im Originalstil Otto Wagners

Burgring – Getreidemarkt – Linke Wienzeile – Schönbrunner Schloßsstraße – Kennedybrücke – Auhofstraße – Hackinger Kai – Wientalstraße – Hofjagdstraße) mit den neu errichteten Wientalterrassen empfehlen.