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Donnerstag, 7. April 2016

Pilger-Apps & more ...

Die meisten Pilgerinnen und Pilger, die ich auf dem Jakobsweg getroffen habe, haben zumindest ihr Handy oder Smartphone dabei, viele zusätzlich auch noch einen Tablet-Computer, ein Netbook oder Notebook.

Wi-Fi - Spanisch für W-LAN

In den spanischen Pilgerherbergen, Pensionen, Bars und Restaurants ist man sich dieser Tatsache wohl bewusst, W-LAN/WIFI ist daher praktisch Standard, kostenlos und funktioniert mehr oder weniger gut.

Aber auch unterwegs, d.h. in Gegenden, in denen weit und breit kein Dorf oder Lokal zu sehen war, hatte ich fast immer ein Netz und konnte mich mit GPS orientieren, wo ich gerade war oder per Whatsapp oder Mail mit zu Hause kommunizieren, wenn auch nicht gratis.

Was ist also naheliegender, als schon allein aus platz- und gewichtstechnischen Gründen von Reiseführern auf Apps umzusteigen und auch sonst die Möglichkeiten, die das Internet heutzutage bietet, voll auszuschöpfen. Nicht alle Apps sind wirklich brauchbar, diejenigen, die ich getestet und für gut befunden habe, möchte ich euch hier kurz vorstellen:

Booking.com: Alle Buchungen auf einen Blick

Beim Buchen von Herbergen oder Zimmern habe ich mit booking.com bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Natürlich findet man auch in Reiseführern oder Camino-Seiten im Web die Telefonnummern der diversen Albergues oder Hostels, ich halte es jedoch für einfacher, von unterwegs aus über die App zu buchen, als mich am Telefon auf Spanisch oder Englisch mit Leuten herumzuschlagen (insbesondere, da ich noch über ein gesperrtes Smartphone verfüge und meine SIM-Karte daher nicht gegen eine günstigere spanische Prepaid-Card tauschen kann). Alle Buchungen sind auf der App übersichtlich gespeichert, können von dort aus verwaltet und häufig auch kostenlos storniert oder umgebucht werden.

Wörterbuch "LEO"

Auch Wallet/Passbook (hier bewahre ich die meisten Tickets auf und kann zB sehr einfach mit dem Handy einchecken oder boarden), das LEO-Wörterbuch und Wetter.com gehören zu meiner Standardausstattung, ebenso wie Google Maps (wo ich bereits zu Hause alle wichtigen "Points of Interest" markiere). Hiermit kann ich meine Routen planen, sehe z.B., wo sich der Bahnhof befindet, welche Busse oder welche Metro mich in den großen Städten an mein Ziel bringen und vieles mehr.

Kostenlose Camino-App von EROSKI


Die Apps El Camino de Santiago von EROSKI (in Spanisch, alle iberischen Caminos mit Höhenprofil, Schwierigkeitsgrad, Herbergsliste und Sehenswürdigkeiten), und Camino Pilgrim (Offline-Karten, Ortschaften, Lokalisierung über GPS, Herbergen/Preise, Lokale etc.) habe ich - zwecks besserer Lesbarkeit - auf dem Tablet installiert.


Basisversion kostenlos, weitere Funktionen gegen Aufzahlung


Dienstag, 5. April 2016

Fertig gepackt und letzter Feinschliff

Wie ich in den letzten Tagen festgestellt habe, dürften die Monate April und Mai so etwas wie die Hochsaison für Jakobspilger sein, zumindest berichten das Pilgerinnen und Pilger in den diversen Social Media-Gruppen, und ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie "voll" es vor einem Jahr in Saint-Jean oder Pamplona war.

Daher habe ich mich wohl oder übel durchgerungen, meinen diesmaligen Camino-Aufenthalt doch etwas genauer durchzuplanen und an den wichtigsten Eckpunkten ein Bett vorzureservieren, um nicht wieder dasselbe Problem wie in Los Arcos zu haben, wo ich im vergangenen Herbst letztendlich ein recht teures Hotelzimmer nehmen musste, da am Nachmittag bereits alle Herbergen voll und - wie auch sonst häufig der Fall - die Pensionen (von Busgruppen) belegt waren.

Das gilt  für Logroño (die 1. Nacht vor der Weiterreise zu meinem Ausgangspunkt Nájera), León (mein diesmaliges Ziel) und Bilbao (von wo aus mein Rückflug geht und das ich mir auch gerne näher ansehen möchte).

Markt in Logroño


Über die Albergue Albas in Logroño habe ich ja bereits an anderer Stelle berichtet, in León habe ich mich für ein Bett im 4er-Schlafsaal im zentral gelegenen León Hostel (Preis 15 € inkl. gratis Kaffee und Tee) entschieden und werde zu gegebener Zeit Fotos und meine persönlichen Erfahrungen hier posten.

Die letzten beiden Nächte vor meinem Rückflug werde ich im BBK Bilbao Good Hostel, das mit der Metro vom Bahnhof aus gut zu erreichen ist, verbringen. Den Preis von 19 € pro Nacht inklusive Frühstück halte ich in einer Großstadt für durchaus angebracht. Auch das Bahnticket von León zurück nach Bilbao (Preis ca. 30 €) habe ich bereits.

Was die Detailplanung der Etappen betrifft, so möchte ich mich aber auch dieses Mal nicht festlegen da ich damit die letzten beiden Male sehr gut gefahren bin. Ich könnte mir allerdings vorstellen, in Burgos einen ganzen Tag zu verbringen, soferne mir die Stadt ebenso gut gefällt, wie anderen Pilgerinnen und Pilgern.

Vor der Meseta habe ich jetzt schon ziemlichen Respekt und hoffe, dass es mir gelingen wird, auch diese Herausforderung zu meistern.


Ja, und mein fertig gepackter Rucksack für die kommenden drei Wochen sieht übrigens so aus (Motto: "Weniger ist mehr" ;-) ), bei Eurowings dürften sie nämlich bezüglich Handgepäck ziemlich streng sein und ich möchte ihn lieber nicht aufgeben.

Sonntag, 3. April 2016

Movelia - Antwort in Lichtgeschwindigkeit

Schon vor einigen Wochen hatte ich im Internet, genau gesagt bei Autobuses La Union/La Burundesa mein Busticket für die Strecke von Logroño nach Nájera (meinem diesmaligen Ausgangspunkt) gebucht und und bezahlt, doch als ich heute meine Unterlagen zusammensuchte, musste ich feststellen, dass das e-Mail mit dem Ticket verschwunden war und alles, was ich hatte, war die Zahlungsbestätigung.

Mit dem Bus unterwegs zu meinem Ausgangspunkt (2015)


Nach mehreren erfolglosen Versuchen, mich bei Movelia.es anhand der vorhandenen Daten (Auftrags- und Passnummer) einzuloggen, entschloss ich mich (zugegebenermaßen mit wenig Hoffnung auf Erfolg), die Kontakt-Funktion auf der Homepage des Unternehmens zu nützen und über das Kontaktformular ein Mail in englischer Sprache mit der Bitte um nochmalige Zusendung des Tickets zu verschicken.


Das war heute, Sonntag, kurz nach 13 Uhr.

Ich staunte nicht schlecht, als ich um 13:14 ein freundliches Antwort-Mail zusammen mit meinem Ticket in meinem Posteingang vorfand! Ich wiederhole: Sonntag - Mittagszeit - englische Sprache!

Das nenne ich wirklich ein Service der Extraklasse! Und wenn in Zukunft irgendjemand mir gegenüber erwähnt, die Spanier wären "träge so wie alle Südländer" usw., kann er/ oder sie sich auf etwas gefasst machen ;-) ...

Nichts mit "mañana" oder "siesta", sondern spitzenmäßiger Kundendienst! Das müssen unsere Firmen erst einmal nachmachen ...


Donnerstag, 31. März 2016

Countdown ...

Gibt es für PC, Tablet und Smartphone: Big Day-Countdown App

Weniger ist mehr, Decluttering, Minimalismus ... diesen Begriffen begegnet man immer häufiger im Internet, auf Social Media und in Lifestyle-Zeitschriften und unter diesem Motto wird auch mein diesmaliger Camino stehen.

Ich habe meine Packliste nochmals aktualisiert und werde diesmal nur die Dinge mitnehmen, die sich auf meinen beiden letzten Wanderungen wirklich bewährt haben.


Hüttenschlafsack und überflüssige Kleidungsstücke bleiben daher zu Hause, desgleichen Gegenstände, die ich nicht wirklich gebraucht habe, wie die Tupperdose und das Campingbesteck. Für die Aufbewahrung von Brot, Wurst oder Käse reicht, wie ich festgestellt habe, eine Plastiktüte, ein kleines Taschenmesser ist - ebenso wie ein Schraubenzieher (notwendig und wichtig bei Teleskopstöcken) - in dem Karabiner, den ich am Rucksack befestigt habe integriert, ein kleiner Plastiklöffel reicht für unterwegs.

Statt Shampoofläschchen und Cremetiegeln oder -tuben kommen Proben mit auf die Reise, die ich nach der Benützung einfach entsorgen kann, bei ein paar Dingen (Sandalen vs. Sportschuhe, Sonnenhut, Pulli oder Fleece-Jacke) bin ich noch am Überlegen, aber es sind ja noch ein paar Tage Zeit.

Mein Ziel: 6 kg (Rucksack voll gepackt, inkl. Regenhülle und Schlafsack, aber ohne Wasserflasche) wird sicher nicht unerreichbar sein, derzeit bin ich bei ca. 4,5 kg (ohne 2. Paar Schuhe, Tablet-PC, Pulli und ein paar andere Kleinigkeiten), denn ich war ja schon beim letzten Mal unter 7 kg und kann mir vorstellen, dass das Pilgern mit noch weniger Druck auf den Schultern noch mehr Freude machen wird.

Spanisch lernen mit www.busuu.com

P.S.: Und meine Spanischkenntnisse werden auch immer besser, denn ich habe in der Zwischenzeit eine neue (kostenlose) App entdeckt, die wirklich Spaß macht, und zwar busuu. Der Vorteil bei diesem Lernprogramm ist, dass man sich eigene Texte direkt von Native speakers korrigieren lassen kann, und zwar kostenlos. Als Gegenleistung korrigiert man selbst kurze Texte von anderen Leuten in der eigenen Muttersprache.












Mittwoch, 30. März 2016

Allein unterwegs auf dem Jakobsweg - na und?

kurze Rast auf dem Weg zwischen Estella und Los Arcos

In wenigen Tagen mache ich mich zum dritten Mal allein nach Spanien auf den Weg, um den Camino von Nájera aus weiter zu laufen.

Das erstaunt viele Leute. Andere, die bereits auf dem Jakobsweg unterwegs waren, finden es wiederum völlig normal. Warum ich es vorziehe, allein los zu gehen, möchte ich hier kurz erklären:


Allein, aber nicht einsam: Kirchplatz von Larrasoana

Der Camino ist für mich eine wichtige Auszeit - eine Auszeit von allem: Familie, Job, nicht endend wollende Diskussionen mit FreundInnen und Bekannten über die derzeitige politische Lage... das alles möchte ich für eine Weile bewusst zurücklassen und mir - nach vielen Jahren, in denen ich kaum Zeit hatte, zwischen vielfältigen Verpflichtungen Luft zu holen und einfach ich zu sein - bewusst einen Freiraum für mich selbst zu nehmen. Wie gut mir das tut, habe ich die beiden letzten Male (einmal 10, einmal 12 Tage) gesehen und 2 oder (diesmal) 3 Wochen sind definitiv keine Ewigkeit.


Pilgern mit PartnerIn: Für mich derzeit kein Thema, aber vorstellbar. Allerdings nur, wenn beide es auch wirklich wollen, gut aufeinander eingespielt sind und über eine annähernd gleichwertige Kondition verfügen. Anmerkung: Ich spreche hier nicht von Paaren, die sich unterwegs kennen lernen oder gelernt haben, das ist ein ganz anderes Kapitel, sondern von Menschen in bestehenden Beziehungen.


Das gleiche gilt meines Erachtens für das Pilgern mit Freund/in, Freundesgruppen usw. Ich habe unterwegs viele Leute streiten gesehen, Menschen, die den Camino allein und in ihrem eigenen Tempo wahrscheinlich sehr gut bewältigt hätten, zu zweit jedoch deutlich unter- oder überfordert waren und den Weg daher nicht richtig genießen konnten. Ich habe Leute getroffen, die aus diesem Grund unterwegs umgekehrt und wieder nach Hause gefahren sind. Und das finde ich sehr schade.

Alto del Perdón


Angst vor dem Alleinsein braucht dennoch keiner oder keine zu haben: Der Camino ist keine einsame Wüste und man begegnet unterwegs, in den Restaurants und Herbergen ständig Menschen, mit denen man ins Gespräch kommt und ein kleines oder auch etwas längeres Stück des Weges gemeinsam zurücklegt. Ich erinnere mich sehr gerne an diese Begegnungen, und gerade die Freiheit der Entscheidung, ob und wie lange man ein Stück des Caminos mit einander zurücklegen möchte, macht sie so wertvoll und einzigartig.

Stausee "La Grajera" hinter Logroño

Die Sprache ist dabei kaum ein Hindernis, denn praktisch jede/r versteht hier zumindest ein wenig Englisch, der Camino ist jedoch international und man trifft auch viele PilgerInnen, mit denen man sich in der eigenen Muttersprache unterhalten kann, d.h. Deutsche und ÖsterreicherInnen.

Zusammenfassend möchte ich daher sagen, dass ich es - gerade beim Pilgern - für wichtig finde, in seinem eigenen Tempo gehen zu können. Erst dann bekommt man den Kopf frei. Ist das aus irgend einem Grund nicht möglich, d.h. ist man an andere Menschen oder eine Gruppe gebunden, so hilft nur große beidseitige Toleranz: Den/die andere einfach vorausgehen oder auch zurückbleiben lassen, einen Treffpunkt vereinbaren, kein falscher Ehrgeiz, gegebenenfalls auch akzeptieren, dass sich einer den schweren Rucksack transportieren lässt oder gar eine Etappe mit dem Bus fährt (das ist - ausgenommen die letzten 100 km - nicht verboten und es gibt viele Pilgergruppen, die es, allein schon aus zeitlichen Gründen, so halten).

Pilgergruppe - Malerei an den Wänden einer Unterführung (Túnel del Camino)

Zum Schluss vielleicht noch ein paar Worte zum Thema allein pilgernde Frauen: Trotz des tragischen Todes von Denise Thiem vor einem Jahr halte ich den Camino nicht für gefährlicher als andere Wege und Straßen, auf denen man allein unterwegs ist. Es macht auf jeden Fall Sinn, sich - und sei es nur für ein kurzes Stückchen - anderen anzuschließen oder, wenn man das nicht mag, andere Pilger und Pilgergruppen in Sichtweite zu behalten. Auch ein (aufgeladenes) Handy sollte man natürlich immer dabei haben, die Netzabdeckung ist - soweit ich feststellen konnte - fast zu 100% gegeben.









Dienstag, 29. März 2016

Es wird wieder ernst ;-)

Langsam, aber sicher wird es wieder ernst und in ein 2 Wochen werde ich wieder auf dem Camino unterwegs sein.
 
Bodenmarkierung in Pamplona


Meine Kondition ist - wie auch schon im Vorjahr - nicht die Beste, da mich in den vergangenen 14 Tagen eine starke Erkältung erwischt hat und ich mich erst gestern wieder ausreichend fit gefühlt habe, um wieder eine längere Strecke zu Fuß zu gehen. Ich denke aber, dass das - so wie im vergangenen Jahr - nicht viel ausmachen wird und ich mich unterwegs steigern kann.
 
Nach der Grippewelle zum ersten Mal wieder zu Fuß unterwegs

Mein Rucksack wird dieses Mal ebenfalls leichter sein und so sehe ich meiner 3. persönlichen Camino-Etappe recht positiv entgegen.

Entgegen allen Erwartungen habe ich in vor einigen Monaten - als die Planung inklusive Flüge schon unter Dach und Fach war - auch wieder jemanden kennen gelernt. Auch das nehme ich so wie es ist oder wie man in Italien sagt: "Se son rose fioriranno"(auf Deutsch: "Wenn es Rosen sind, werden sie blühen"). Gar nicht so dumm, diese Italiener ...


Mittwoch, 23. März 2016

Nur noch ein paar Tage

dann geht es wieder los.

Beim letzten Mal bin ich ja bis Nájera gekommen und von hier aus werde ich meinen Camino fortsetzen. Ich kann euch nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue, ein wenig Auszeit von den schrecklichen Meldungen in den Medien, den Angst einflößenden politischen Entwicklungen der letzten Monate und den Streitereien und Anfeindungen in den modernen Medien, die sich mittlerweile sogar bis in den Freundeskreis und die Familie hineinziehen, zu haben.

Die Cultubar in Nájera: Von hier aus geht es demnächst weiter


Ich habe meine Packliste wieder einmal erneuert und hoffe, diesmal mit dem fertig gepackten Rucksack unter 6 kg zu bleiben. Ob ich das schaffe, wird sich in den nächsten Tagen zeigen und ich werde hier darüber berichten. 

Nochmals reduzieren: Nur mehr das Allernotwendigste kommt mit

Mein Netbook wurde seit dem letzten Mal durch einen Tablet-Computer ersetzt, die Tupper-Dose wird zu Hause bleiben, statt der kleinen Sony Cybershot kommt jedoch wieder meine Lumix Panasonic Camera mit, denn Fotografieren ist mir nach wie vor sehr wichtig und sie macht einfach die besseren Bilder.







Mittwoch, 9. März 2016

Pilgerpass und Pilgerstempel


Credencial del Peregrino - der Pilgerpass

Heute möchte ich eine weitere Frage beantworten, die von Camino-Interessierten immer wieder gestellt wird.

Wo bekommt man den Pilgerpass?

Ein Stempel schöner als der andere

Eine sehr gute Frage, denn ohne dieses Dokument kann man in Pilgerherbergen nicht übernachten und außerdem benötigt man ihn ja, um - am Ende des Camino - die heißbegehrte "Compostela" (Pilgerurkunde) in Empfang nehmen zu dürfen.

Ich habe meinen Pilgerpass für den Spanischen Jakobsweg seinerzeit bei der österreichischen Sankt Jakobsbruderschaft über das Internet bestellt und innerhalb weniger Tage per Post zugeschickt bekommen.


Eine weitere Möglichkeit, zu einem Pilgerpass (Credencial) zu kommen, ist, diesen im Pilgerbüro in Saint-Jean-Pied-de Port, also am Start des Camino Francés, in Roncesvalles, Pamplona, Logroño, Burgos, León, Astorga, Ponferrada oder Sarria zu erwerben - wo er noch dazu viel billiger ist.

Wo gibt es die Stempel?

Stempel erhält man fast überall: In Bars, Restaurants, Pilgerherbergen und Pensionen, in den diversen Pilgerbüros, in Gemeindeämtern, Rathäusern, Touristeninformationsstellen, Kirchen und manchmal sogar am Straßenrand.

Die berühmte Labstelle von Doña Felisa vor Logroño. Auf dem Stempel steht  "Higos, agua y amor" (Feigen, Wasser und Liebe)

Diese sind wichtig, da man ja am Ende des Weges, sprich in Santiago di Compostela, nachweisen muss, dass man den Camino tatsächlich zurückgelegt hat. Hierfür genügt ein Stempel pro Tag, auf den letzten 100 km sollten es - wenn jemand aus zeitlichen oder anderen Gründen nur diese gehen kann - 2 sein.

Stempel heißt auf Spanisch übrigens "sello" und wesentlich sind die letzten 100 km, wobei derzeit heftig überlegt wird, diese auf 200 km auszudehnen. Für Radpilger sind jetzt schon 200 km vorgeschrieben.

Ich habe auch gehört, dass in letzter Zeit gefälschte Pilgerpässe im Umlauf sind, die zu überteuerten Preisen an ahnungslose PilgerInnen verkauft und später in Santiago nicht akzeptiert werden. Vorsicht ist also geboten.

Was tun, wenn der Pilgerpass voll ist?

In diesem Fall ist es erlaubt, diesen mit einem Blatt Papier zu "verlängern" oder einen zweiten Pilgerpass daranzuheften. Auch eine Schutzhülle ist zu empfehlen.

In diesem Sinne "Buen camino, peregrinos y peregrinas"!



Sonntag, 6. März 2016

BBC Mi vida loca - muy práctico!

Noch 5 Wochen, Zeit, sich wieder etwas intensiver mit der spanischen Sprache zu befassen und ein bisschen was dazu zu lernen.


In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich so einige kostenlose Spanisch-Lernprogramme im Internet ausprobiert. Eines, das mir sehr gut gefällt, ist "Mi vida loca" (Mein verrücktes Leben) von BBC-Languages, ein interaktives Abenteuer für Spanisch-AnfängerInnen in 22 Lektionen mit Videos, einem Lernbegleiter, Vokabeln und der entsprechenden Grammatik.



Möglicher Nachteil: Die Erklärungen sowie die Übersetzung der Vokabeln und Phrasen sind auf Englisch

Vorteil: Das Ganze ist kostenlos

Hasta luego y buena suerte! 

Montag, 11. Januar 2016

Wie sieht es mit den Kosten aus?

... werde ich oft von anderen gefragt, die noch nicht auf dem Jakobsweg unterwegs waren.
 

Es gibt da eine alte Pilgerregel: 1 € pro gelaufenen Kilometer. Das ist nicht schlecht, trifft jedoch vor allem auf die Leute zu, die sich an die traditionellen Etappen, d.h. ca. 25-30 km pro Tag halten und diese auch in relativ flottem Tempo absolvieren und es somit schaffen, am jeweiligen Zielpunkt noch ein Bett in einer Herberge zu ergattern (Anm.: Die Herbergen sperren normalerweise gegen 13:30 auf und zu diesem Zeitpunkt warten oft schon viele Pilger auf Einlass. Vor allem in kleineren Albergues ist kurz danach alles belegt)

Private Herberge "San Saturnino" in Ventosa - ein kleines Juwel

Ich gehöre nicht zu dieser Gruppe, 1. weil ich ausreichend Zeit habe, den Camino auf 2 oder 3 Jahre verteilt in kleineren Portionen zu gehen, 2. weil ich mich nicht unnötig überanstrengen will (ihr erinnert euch vielleicht, dass ich im vorigen Frühjahr noch kurz vor meinem ersten Start massive Knieprobleme hatte und überhaupt nicht wusste, wie es für mich werden würde) und 3. da ich mich sehr für Kunst und Architektur interessiere, die wunderschöne Landschaft genießen möchte und als begeisterte Fotografin auch oft länger an einem Ort bleibe, um die schönsten Motive festzuhalten.

Auch das Wetter (ich habe keine Lust, bei strömendem Regen zig Kilometer herunterzuspulen, was auf abschüssigem Gelände meiner Erfahrung nach auch recht gefährlich werden kann), die Qualität und Schönheit der Unterkünfte, Begegnungen mit anderen Pilgern, mit denen man sich vielleicht noch etwas länger austauschen möchte usw. spielen eine Rolle, daher plane ich außer der 1. und der letzten Nächtigung nie etwas und bin damit bisher recht gut gefahren.

Die Kosten kalkuliere ich daher nicht nach den gelaufenen Kilometern, sondern in Tagen, d.h. - je nach Art der Unterkunft und Verpflegung - zwischen 20 und 30 € pro Tag.

Gemeinschaftsküche in der "Albergue de peregrinos" in Navarrete

Die billigste Herberge, in der ich bisher genächtigt habe, kam auf 6 €, in der teuersten habe ich 12 € bezahlt, die durchschnittlichen Preise liegen zwischen 8 und 10 € pro Bett und Nacht.

Schlafsaal in der Herbergue "Jesús y Maria" in Pamplona

Essen und Lebensmittel sind in Spanien relativ günstig, (kleine) Supermärkte - "Tiendas" - ausreichend vorhanden, aber auch in den Bars und Lokalen unterwegs kann man günstig essen, das Pilgermenü abends in den Herbergen beläuft sich auf ca. 10 € (zumeist inklusive Wein). Wer sein Abendessen selbst oder zusammen mit anderen kocht, kommt noch viel günstiger weg; Grundnahrungsmittel wie Essig, Öl, Salz und Gewürze befinden sich fast immer in der Herberge vor Ort zur freien Entnahme und Reste kann man in einer Plastikdose sehr gut als Mittagsverpflegung für den nächsten Tag mitnehmen.

Frühstück bei "Jakué", Puente de la Reina

Natürlich benötigt man - vor allem wenn es sehr heiß ist - auch ausreichend zu trinken. Mineralwasser in der Plastikflasche aus dem Supermarkt oder Brunnenwasser? Hier scheiden sich die Geister. Ich habe es mal so mal so gehalten. In jedem Dorf gibt es einen Brunnen mit Trinkwasser (agua potable), der als solcher gekennzeichnet ist. Das Wasser ist von guter Qualität, ich hatte jedenfalls keinerlei Probleme. Auch das Wasser in den Herbergen kann bedenkenlos getrunken und zum Auffüllen der Trinkflasche verwendet werden.

Vino tinto

Bier (cerveza) und Wein (vino) sind billiger als bei uns, generell von guter Qualität und passen natürlich ausgezeichnet zu Tortillas, Tapas, Fleisch, Fisch und allen anderen spanischen Spezialitäten.

"El Cultubar", Nájera

Ein Kostenfaktor, den ich anfangs nicht berücksichtigt hatte, der sich jedoch recht ordentlich zu Buche schlägt, ist das Waschen (und Trocknen) der Kleidung, das spätestens alle 3 Tage fällig wird.
Nicht immer ist es möglich, die Wäsche von Hand zu waschen und anschließend im Freien an der Wäscheleine zu trocknen, z.B. bei regnerischem und feuchtem Wetter, das gerade im Frühjahr recht häufig vorkommt. Manchmal möchte man die Unterwäsche und die Shirts auch wieder einmal richtig "durchwaschen", an anderen Tagen kann man die über Nacht nicht richtig trocken gewordene Wäsche nicht mit Sicherheitsnadeln zum Trocknen am Rucksack befestigen, da es draußen regnet ...

Der langen Rede kurzer Sinn: Häufig wird man vor Ort eine Waschmaschine und manchmal auch den Wäschetrockner in Anspruch nehmen müssen. Die Kosten dafür liegen zwischen 2 und 4 € pro Waschgang und häufig kommt nochmals derselbe Betrag für den Trockner hinzu. Wer kein Waschpulver mit sich führt, muss welches kaufen, d.h. nochmals ca. 1 € dafür hinlegen.

Erst mal Wäsche waschen ... Albergue Maralotx in Cirauqui

So kann sich dieser Faktor schon durchaus auf 10 - 15 € pro Woche belaufen. Um die Kosten ein wenig in Schach zu halten, habe ich mir im Internet ein Waschkonzentrat bestellt, von dem ich ein wenig in eines dieser Plastikfläschchen für Kosmetik, die im Flieger erlaubt sind, abfüllen und auf meine 3. Camino-Erfahrung mitnehmen werde. Für die Handwäsche verwende ich im allgemeinen Haarshampoo.

Außerdem nicht zu vergessen: Zusätzliche Kosten z.B. für Pflaster oder Medikamente, innerstädtische Busverbindungen vom und zum Airport, Spenden (in Kirchen etc.), Erwerb zusätzlicher Pilgerpässe, wenn der erste voll ist usw.

Ausgehend davon würde ich eher für 30, als für 20 € pro Tag plädieren. Da das Leben zu Hause aber auch nicht kostenlos ist, denn auch daheim muss man ja essen, trinken und Wäsche waschen, relativiert sich das wiederum ein wenig.

Grob kalkuliert, könnte man also inklusive Hin- und Rückreise und wenn man den gesamten Weg in 4 Wochen absolviert, von ca. 1000 € ausgehen. Wer langsamer pilgert, hin und wieder in einem Hotel oder einer Pension (ca. 20 € pro Nacht) etwas "privacy" genießen und zudem gut essen und trinken möchte, muss natürlich mit höheren Kosten rechnen, doch das ist "normal" und zudem auch sehr individuell.




Samstag, 2. Januar 2016

Nachtquartiere ...

Wie geplant habe ich mich heute an den Computer gesetzt und die Quartiere für die erste und für die letzte Nacht meiner 3. "Camino experience" gebucht.

Mit dem Flieger über Düsseldorf nach Bilbao und von dort weiter mit dem Bus werde ich am Abend des ersten Tages sicher ziemlich geschafft in Logroño ankommen.

Da ich weiß, was in dieser Stadt los ist und sicher nicht mehr in einem ungemütlichen und sterilen Massenquartier wie dem Santiago Apostol (womöglich noch in einem der oberen Stockbetten ohne entsprechende Sicherung am Bettrand wie beim letzten Mal) unterkommen möchte, habe ich mich wieder für die Albergue Albas auf der Plaza Martinez Flamarique entschieden, wo ich schon im September eine Nacht verbracht habe.


Blanca, die super nette, mehrsprachige Leiterin (im September verwöhnte sie uns mit Süßigkeiten), hat mir die Reservierung auch umgehend bestätigt. Mit 12 € ist der Preis zwar nicht ganz niedrig, aber in Anbetracht der Lage und Ausstattung des Hostels durchaus angemessen und nur um 2 € höher als im Albergue Santiago Apostol.

Die kleine, familiäre Herberge ist vom Bahnhof bzw. Busbahnhof in 10-15 Minuten zu Fuß erreichbar, auch Einkaufsmöglichkeiten und Lokale befinden sich gleich in der Nähe.

Für die letzte Nacht vor meinem Rückflug, habe ich mich für das BBK Good Hostel in Bilbao entschieden (18 € inkl. Frühstück), das mit Öffis sowohl vom Busbahnhof gut erreichbar als auch mit dem Airport gut verbunden ist und auch nicht allzu weit weg vom Zetnrum liegt.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Pläne ...

Nachdem ich jetzt - in Absprache mit anderen Familienmitgliedern - weiß, wann ich problemlos wegfliegen kann, da dann jemand anderer auf meine vielen Pflanzen und die Fische im Aquarium schauen wird, kann ich mich endlich an die Planung meiner 3. Camino-Etappe machen.

Unterwegs (Wäldchen bei Roncesvalles)


Bisher war ich 2 Mal auf dem Camino unterwegs, jeweils nur für ca. 10 Tage, und bin bis Nájera (eine kleine Stadt westlich von Logroño) gekommen. Nun soll es nicht ganz 3 Wochen von dort aus weitergehen, die Flüge sind jedenfalls bereits unter Dach und Fach.

Da es von Wien keine Direktflüge nach Bilbao gibt, von wo ich im Frühjahr 2016 starten werde, werde ich mit Eurowings über Düsseldorf dorthin fliegen. Der Flieger landet am frühen Nachmittag, was bedeutet, dass ich noch am selben Tag mit dem Bus nach Logroño weiterfahren kann, wo ich mir im Voraus ein Quartier für die 1. Nacht buchen werde.

Unterführung am Ortsende von Logrono (Túnel del Camino)


Hier kenne ich mich ja bereits aus und nehme am 2. Tag früh morgens den Bus Metropolitano nach Nájera, dann geht das Abenteuer weiter...

Auch diesmal werde ich lediglich eine Grobplanung machen und mir keine konreten Ziele setzen; fix ist nur, dass ich nach etwa 2,5 Wochen wieder nach Bilbao zurückfahre, mir 2 Tage die Stadt ansehen und anschließend von dort aus zurückfliegen werde.

Einen ganzen Tag, vielleicht sogar auch 2 plane ich zwischendurch für Burgos und eventuell auch für León ein, falls ich es bis dorthin schaffe.

Bodenmarkierung in Pamplona

Das hängt vom Wetter, von meinem persönlichen Befinden und auch davon ab, wie sehr mich ein Ort anspricht, denn auch in diesem Jahr habe ich vor, mich dort niederzulassen, wo es mir gefällt und mich nicht nach vorgegebenen Etappen zu richten. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es in kleineren Dörfern zwischen den bekannten Etappenzielen oft wunderschöne Herbergen gibt, während es in den größeren Städten ohne Vorausreservierung und Ortskenntnis schwierig ist, ein nettes Quartier zu finden.


Die wunderschöne kleine Pilgerherberge in Ventosa

Natürlich habe ich bisher auch in großen Schlafsälen mit 100 Leuten übernachtet und einmal musste ich abends sogar, da alles bereits belegt bzw. vorreserviert war, in einem recht teuren Hotel ein Zimmer nehmen, aber das soll die Ausnahme bleiben und ich werde vordringlich danach trachten, in kleineren Pilgerherbergen entlang des Weges unterzukommen.


Albergue Sansol


Soweit meine Pläne für 2016 und ich freue mich schon sehr darauf, den Camino fortsetzen zu dürfen!
Sobald ich Näheres weiß, werde ich weiter darüber berichten ...









Montag, 14. Dezember 2015

Plötzlich ist alles anders ...

Mein ganzes Leben steht seit ein paar Wochen auf dem Kopf und zeitweilig habe ich das Gefühl, mir wurde der Boden unter den Füßen weggezogen: Die Beziehung zu meinem Partner und zugleich besten Freund ist zu Ende und es wird auch kein Zurück mehr geben ...

Dadurch ändern sich auch meine Zukunftspläne und ich werde im Frühjahr statt der geplanten 14 Tage 3 Wochen auf dem Camino unterwegs sein. Am liebsten würde ich ja gleich von hier weg, aber das ist so kurzfristig leider nicht möglich und so muss ich mich noch bis April gedulden.

Diesmal geht es mit Eurowings von Wien über Düsseldorf nach Bilbao, anschließend mit dem Zug oder Bus nach Logroño und von dort aus mit dem Metrobus nach Nájera, denn bis dorthin bin ich im September gekommen.

Bis wohin ich es diesmal schaffen werde, liegt noch in den Sternen, zurück geht es jedenfalls wieder von Bilbao aus.

Inzwischen Frohe Weihnachten - ¡Feliz Navidad a todos y todas! - und bis bald wieder einmal ...


















Mittwoch, 30. September 2015

... und weiter geht's

Wundeschöne Erinnerungen


Voraussichtlich Mitte April 2016 möchte ich meinen Camino fortsetzen und von Nájera (derzeit habe ich 8 Etappen hinter mir) über Santo Domingo, Belorado und San Juan in Richtung Burgos aufbrechen.

Meine Grobplanung sieht derzeit so aus:

Flug Wien - Bilbao (geht morgens gegen 06:30 und landet nach einem Zwischenstopp in Madrid gegen 11:00)
Dann mit dem Bus oder Zug weiter nach Logrono --> 1. Nächtigung (z.B. im Albergue Albas)

2. Tag: Bus Metropolitano von Logrono nach Nájera und dann geht es wieder los ...

Für mich ideal: Der kleine Reiseführer von Michelin

Wie die letzten beiden Male möchte ich mich bezüglich der weiteren Tagesetappen nicht im Vofeld festlegen, sondern mich dabei größtenteils auf mein Bauchgefühl verlassen, das mich bisher nicht enttäuscht hat: Ich hatte bei den letzten beiden Wanderungen keine einzige Blase, mein Knie (im Februar dieses Jahres konnte ich kaum gehen!) verhielt sich völlig normal, als wäre nie etwas gewesen und auch sonst fühlte ich mich völlig fit, unternehmungslustig und gut gelaunt.

Beim nächsten Mal vielleicht mit diesem kleineren Rucksack?

Das Ziel, das ich diesmal anstrebe, ist Burgos (vielleicht mit einem Tag Aufenthalt zur Stadtbesichtigung), möglicherweise eine oder zwei Etappen mehr, das wird sich vor Ort zeigen.

Fix ist, dass es (und da lasse ich mich auf kein Risiko ein) von Burgos mit dem Bus wieder zurück nach Bilbao (hier könnte ich mir ebenfalls einen zusätzlichen Tag zur Stadtbesichtigung vorstellen) und von dort mit dem Flieger zurück nach Wien gehen wird.

Bin zwar erst vor 2 Tagen zurückgekommen, freue mich aber jetzt schon auf die Fortsetzung! Allen, die gerade unterwegs sind, ein herzliches "Buen camino!"