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Samstag, 30. Juli 2016

Österreichischer Jakobsweg: Purkersdorf - Ried am Riederberg (12,5 km)


Nach eingehender Lektüre diverser Berichte über diesen Streckenabschnitt im Internet, Erzählungen von Bekannten und angesichts der Tatsache, dass heute einer der heißesten Tages des Jahres war, hatte ich mich bereits im Vorfeld darauf eingestellt, dass die Strecke von Purkersdorf über den Troppberg nach Ried am Riederberg keine leichte Etappe sein würde - und das war gut so ...

Marktgemeinde Gablitz im Wienerwald
Otto Zeiler-Park, Gablitz

Ich war sehr früh morgens von Wien nach Purkersdorf aufgebrochen und wollte mir zunächst noch die Gemeinde Gablitz, einen Nachbarort von Purkersdorf, ansehen, der über eine sehr lange Geschichte verfügt und einige denkmalgeschütze Objekte vorzuweisen hat. Dies in der - wie sich später herausstellen sollte - fälschlichen Annahme, dass es leicht sein würde, von dort aus auf den Jakobsweg zu gelangen.

Wunderschöne Sommerlandschaft bei Gablitz
 

Um 10 Uhr Vormittag war ich noch guter Dinge, genoss die ab und aufkommende kühle Brise und die herrliche Landschaft und folgte, ohne mir allzugroße Sorgen zu machen, einem Wegweiser zum Troppberg, um anschließend von Höbersbach über den Höbersbachberg nach Rabenstein zu gelangen und dort auf den Jakobsweg Purkerdorf-Göttweig zu stoßen.


Anstieg auf den Troppberg (Anmerkung auf dem Schild: Steil!)

Hier verirrte ich mich leider. Auch die vereinzelten Jogger und Biker, denen ich unterwegs begegnete konnten mir - ebenso wenig wie Google Maps auf meinem Handy - weiterhelfen und so wanderte ich, wie sich später herausstellte, etwa 2 Stunden im Kreis.

Biosphärenpark Wienerwald - Kernzone Troppberg


Zwei ältere Damen aus Deutschland, denen ein ähnliches Schicksal beschieden war, vertrösteten mich (und sich selbst) auf die Laabacher Weinschänke. Derart angespornt durch die Hoffnung auf ein kühles Getränk, ein Eis oder vielleicht alles beide, brachte ich die 6 km bis Laabach trotz der nun bereits sehr großen Hitze locker hinter mich.

Gasthof Schmid in Ried am Riederberg

Die Enttäuschung folgte leider auf dem Fuße, denn besagte Schänke war geschlossen, ebenso wie der Gasthof Schmid in Ried, wo ich 2 weitere Stunden später - jetzt schon ziemlich geschlaucht - endlich ankam. 


Die erfreuliche Tatsache, dass ich im Ortszentrum von Ried, nur wenige Meter weiter, endlich wieder auf den gelben Pfeil und die den ganzen Tag vermisste Jakobsmuschel stieß, ließ mich meinen Durst für eine Weile vergessen (denn die Wasserflasche in meinem Rucksack war wies schon so oft auf dem Österreichischen Jakobsweg bereits seit Langem leer und unterwegs gab es auch weit und breit keinen Brunnen).


Wäre schön gewesen, hier bei einem kühlen Getränk ein wenig zu rasten ...

Auch die Kirche war leider geschlossen und so blieb mir nichts Anderes übrig, als den nächsten Postbus zurück nach Wien zu nehmen. Zumindest dieser war pünktlich (und die S-Bahn sowieso).

Kath. Pfarrkirche hl. Johannes der Täufer in Ried

Dienstag, 26. Juli 2016

Jakobsweg Wien - 4. Etappe: Vom Schloss Schönbrunn nach Purkersdorf (12,2 km) - Teil 2

Die "Promenade"

Anstatt nun auf der Auhofstraße weiterzugehen, wählte ich die rechts davon - parallel zur Westeinfahrt der A1 - entlang einer Lärmschutzmauer verlaufende schön schattige "Promenade" und verzehrte auf einer der vielen Holzbänke meine Jause.

Die nördliche Mauer des Lainzer Tiergartens
Statuette der Hl. Barbara am Rand des Autobahn-Zubringers

So gestärkt ging es dann entlang der Mauer des Lainzer Tiergartens ein Stückchen entlang dem Autobahn-Zubringer bis zur Hofjagdstraße mit den beeindruckenden Photovoltaikanlagen des neuen BürgerInnen-Solarkraftwerks von Wien Energie auf der linken Seite und weiter zum "Auhof", einem bereits im Mittelalter urkundlich erwähnten Gutshof, in der Hofjagdstraße 9.


Fußgänger- und Radweg in der Hofjagdstraße

Der "Auhof"

Beim Auhof querte ich zunächst die A1 und anschließend den Wien-Fluss auf zwei aufeinander folgenden Brücken.

Blick von der Autobahnbrücke auf die Westautobahn

Brücke "Wolf in der Au"

Entlang des Wienflusses ging es nun auf dem Wienfluss-Radweg - vorbei am Rückhaltebecken Auhof - bis zur Wallfahrtskirche Mariabrunn in Hadersdorf. Man möchte es nicht für möglich halten, aber wir sind noch immer in Wien, denn Hadersdorf gehört zu Penzing, dem 14. Wiener Gemeindebezirk.

Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariabrunn


Ich hatte Glück. Die Kirche war nicht nur geöffnet, sondern als ich hineinkam ertönte wunderschöne Orgelmusik und so hörte ich dem Organisten eine Weile beim Üben zu.

Der letzte Teil der Etappe war - erst zu Hause las ich, dass es eine viel bessere Alternative zu dem von mir gewählten Weg gegeben hätte - auch der am wenigsten ansprechende. Entlang der stark befahrenen Hauptstraße und vorbei an dem hässlichen Shoppingtempel genannt "Auhof-Center" wollte und wollte die Strecke nach Purkersdorf kein Ende nehmen!

Fridolinbrunnen in Purkersdorf
Jakobsmuscheln oder etwa doch nicht?

Doch endlich gelangte ich zum Sanatorium, von dort zum Bahnhof und durch ein Villenviertel, und schließlich fiel mein Blick ganz plötzlich auf eine Pilgerstatue inmitten eines Brunnens. Wieso dieser Fridolin- und nicht Jakobusbrunnen heißt, obwohl am Sockel der Staute auch die alleseits bekannten Muscheln dargestellt sind, entzieht sich meines Wissens und auch im WWW konnte ich bisher keine Antwort auf diese Frage finden.


Unterführung zum Hauptplatz

Jetzt musste ich nur mehr durch eine Unterführung und vor mir lag der wunderschöne, sehr gepflegte Hauptplatz mit seinen Terrassencafés und meinem heutigen Tagesziel, der Jakobskirche.

Hauptplatz und Jakobskirche in Purkersdorf

In der Kirche

Gleich nach dem Eingang auf der linken Seite entdeckte ich einen - an einer Kette befestigten - Stempel (mit Ausnahme des Stempels vom Stephansdom, den ich seinerzeit bekommen hatte, als ich mir im Pilgerbüro "Quo vadis?" auf dem Stephansplatz meinen Pilgerpass geholt hatte, den ersten nach fast 90 km!), dankte dem Hl. Jakobus, dass ich wohlbehalten hier angekommen war und erfreute mich daran, dass meine heutige Etappe geschafft war. 

Statue des Hl. Jakob auf dem Jakobsplatz

Auf einer großen Tafel vor dem Kirchenausgang sah ich, was nun als nächstes auf mich zukommen würde: Der Jakobsweg "Purkersdorf - Göttweig". Ich freue mich schon darauf!



Mittwoch, 10. Februar 2016

Er lässt mich nicht los ...



Noch zwei Monate, bis es auf dem Camino Francés wieder losgeht, präzise gesagt, von Nájera aus, bis wohin ich im September vergangenen Jahres gekommen bin.

Aber auch in der Zwischenzeit treffe ich immer wieder auf ihn, den "Weg aller Wege" und ein neues Projekt, nämlich das, den österreichischen Jakobsweg zu gehen, von dem ich bisher nur einige wenige Teilstücke rund um Wien kenne, nimmt immer mehr Gestalt an.

Habsburgwarte auf dem Hermannskogel im Wienerwald

Erst letzten Sonntag stieß ich wieder - und das zum wiederholten Male - auf den Verbindungsweg 444  nach Purkersdorf.

Ob ich ihn mit dem Rad oder zu Fuß "in Angriff" nehmen werde, steht noch in den Sternen, möglicherweise auch eine Kombination von beiden, da ich ihn aus diversen Gründen sowieso nicht in einem Stück laufen kann.