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Sonntag, 3. Mai 2015

SJPDP - Saint-Jean-Pied-de Port

Brücke über die Nive, links Turm der Kirche Notre-Dame


Da bin ich endlich in dem berühmten Saint-Jean-Pied-de-Port - ich kann es kaum glauben - der letzten französischen Stadt vor der spanischen Grenze und von hier geht es zumeist los, wenn man an den Camino Francés denkt.


Blick vom anderen Ortsende auf das moderne SJPDP


Die Kleinstadt Saint-Jean hat nicht einmal 1500 Einwohner und liegt ruhig und beschaulich am Flüsschen Nive. Nur die Pilger bringen etwas Leben in das verschlafene Städtchen.

La Gare - Bahnhof von Saint-Jean-Pied-de-Port



Da die Bahnstrecke gerade renoviert wird, komme ich - so wie zahlreiche andere Pilger - mit dem Schienenersatzverkehr sprich Bus vor dem Bahnhof an. Von hier führt die Straße direkt in Richtung Altstadt (Zitadelle), wo sich auch das Pilgerbüro befindet.

St. Jean-Pied-de-Port: Begrüßungstafel und Stadtplan beim Bahnhof

Die zweisprachigen Beschilderungen, das tiefe Rot der Fenster und Türen weisen darauf hin, dass wir uns im Baskenland Euskal Herria oder Euskadi befinden, welches sich über den westlichen Teil der französischen Pyräneen und einige spanische Provinzen, darunter Navarra, erstreckt. Saint-Jean heißt auf Baskisch Donebane Garazi.

"Kurutzeari agur" (auf Baskisch soviel wie "Kreuz des Willkommens")

Der Weg zum Pilgerbüro ist gut beschildert und nicht zu verfehlen.

Porte de France - eines der drei Stadttore

Überall präsent: Die Jakobsmuschel


Im Pilgerbüro herrscht reges Leben und Treiben. Pilgerinnen und Pilger aus allen Teilen der Welt kommen her, um sich ihren Pilgerpass zu holen, eine Herberge für die Nacht zu finden oder sich über den Weg zu informieren.


Stadtplan von Saint-Jean

Der Hauptplatz - Place du Général de Gaulle - hier (auf der linken Seite, neben der kleinen Mauer) befindet sich auch das Tourismusbüro.

Hauptplatz mit den großen Hotels, rechts das Rathaus

Die alten Stadtmauern

Einen Teil des Nachmittags verbringe ich in diesem schönen Park auf der anderen Seite des Flusses, nachdem ich mich bei Carrefour (im modernen Stadtteil, auf dem Stadtplan oben) sehr günstig mit Reiseproviant versorgt habe.

Park und Kinderspielplatz Place Floquet

P.S.: Gleich hier in der Nähe, Place Juan de Huarte, befindet sich auch die Haltestelle des ALSA-Busses nach Roncesvalles. Hätte ich gewusst, dass ich es ohne Probleme schaffe, den Alto del Perdón zu überqueren, hätte ich mich auch über die Pyrenäen gewagt, aber das wusste ich damals noch nicht und wollte es nicht riskieren, vorzeitig abbrechen zu müssen. Da ich jedoch gehört habe, wie schön die 1. Etappe sein soll, habe ich mir nun vorgenommen, sie bei nächster Gelegenheit nachzuholen.








Freitag, 17. April 2015

Tag 2: Bayonne - Saint-Jean Pied de Port - Roncesvalles


Am Bahnhof von Bayonne treffe ich "meine" kleine Hamburgerin wieder. Wir frühstücken, wie es sich in Frankreich gehört, Café crème mit Croissants und warten auf den Zug ... äh Bus, denn die Bahnstrecke wird derzeit umgebaut.
Der Bus fährt pünktlich los und bringt uns über Cambo Les Bains nach Saint-Jean. Als pflichtbewusste Pilgerinnen gehen wir als erstes zum Pilgerbüro in der Altstadt. 

Saint-Jean Pied-de-Port

Hier erhalte ich meinen ersten Stempel und meine Begleiterin die Adresse eines Hostels. Sie wird die Nacht hier verbringen und morgen Früh den Weg über die Pyrenäen nach Roncesvalles nehmen. Ich nicht, denn ich habe Angst, dass dieser Gewaltmarsch für mein Knie noch zuviel ist und ich frühzeitig aufgeben muss.

Der erste Weg führt ins Pilgerbüro

Jetzt ist es schon 13:30 und Zeit für das Mittagessen. Wir gehen in das Lokal gleich gegenüber und stärken uns mit Bocadillas, Salat und trinken zur Feier des Tages Kronenbourg.

Meine Umhängetasche hat sich in den wenigen Stinden als sehr unpraktisch erwiesen, da sie mir immer über die Schulter rutscht und so investiere ich in eine gute Bauchtasche. Auch eine Jakobsmuschel darf natürlich nicht fehlen.


Den Nachmittag verbringe ich in einem Park: Es ist sehr schwül, der Rucksack ist schwer und ich beneide die anderen Pilger, die ihr Gepäck bereits in ihrer Unterkunft abgegeben haben und in Sandalen und ohne zusätzliches Gewicht durch die Stadt flanieren. 
Später gehe ich zu Carrefour: Um nicht einmal 2,50 bekomme ich eine große Flasche Mineralwasser, eine Banane, Kekse und 2 Sandwiches. 
Gestärkt wandere ich zurück ans andere Ende des Ortes. Gleich beim Stadttor befindet sich die Bushaltestelle der ALSA.

Mit dem Bus nach Roncesvalles

Der Bus aus Pamplona ist pünktlich und bringt mich als einzigen Fahrgast in 40 Minuten über N135 über Valcarlos nach Roncesvalles. 
Ich bin froh, dass ich mich - wie ich vorher kurz angedacht hatte - nicht dafür entschieden habe, diesen Weg zu Fuß zu gehen. Es wäre ein sehr gefährliches Unterfangen gewesen ... die Straße ist eng, es gibt keine Möglichkeit für Fußgänger auszuweichen und außerdem ist weit und breit keine Menschenseele zu sehen.

In Roncesvalles ist es angenehm kühl, der Empfang in der wunderschönen, modernen und sehr gepflegten Albergue jedoch umso warmherziger. Drei holländische "Hospitaleros" nehmen sich freundlich jedes einzelnen Ankommenden an.

Albergue de Roncesvalles

Ich bekomme ein Bett mit dazugehörigem Schließfach und einer Steckdose zum Aufladen meines Handys zugewiesen, dusche schnell und schlafe bald ein. Zum Wäschewaschen ist heute keine Zeit mehr - die Sachen würden auch gar nicht bis morgen Früh trocknen - und um 22:00 heißt es Licht aus.

Schlafkojen in Roncesvalles




Dienstag, 31. März 2015

Planung und geplant Ungeplantes

Flüge, Zugtickets, Busfahrten sind schon seit langem gebucht, der Rucksack ist fertig gepackt, Stöcke und Wanderschuhe stehen griffbereit daneben und auch die Kleidung, die ich auf der Anreise tragen werde, liegt bereit.

Womit ich mich jetzt befasse, ist ein wenig "Feinplanung", allerdings wirklich nur ein wenig, gerade so viel, um möglichst problemlos an mein Ziel und wieder zurüch nach Hause zu gelangen - alles andere bleibt mehr oder wenig offen.

Wandern in und um Wien

An Tag 1 werde ich zeitig morgens mit dem ersten Flieger nach Paris fliegen, von dort geht es mit dem TGV nach Bayonne, wo ich gegen Abend ankommen werde. Da ich bereits gegen 03:00 Uhr Früh aufstehen muss, denke ich, dass das für den ersten Tag auch reichen sollte und so habe ich mir gleich in der Nähe der Gare SNCF in Bayonne ein einfaches Hotelzimmer gebucht.

Von dort geht es gegen 11:00 mit dem Zug weiter nach Saint-Jean Pied-de-Port (Fahrtdauer etwas mehr als 1 Stunde).

Hier werde ich mittagessen und die Zeit bis zum Abend mit der Besichtigung der Stadt, dem Besuch des Pilgerbüros, einkaufen usw. verbringen, bis es mit dem Bus um 19:15 nach Roncesvalles weitergeht. Die 2. Nacht werde ich in der dortigen Pilgerherberge, dem Albergue de Roncesvalles, verbringen, wo ich mir ebenfalls schon von hier aus ein Bett reserviert habe.

Die darauf folgende Woche möchte ich ganz bewusst nicht planen, sondern einfach auf mich zukommen lassen. Wie weit ich gehe, wo ich nächtige und wie lange ich mich an welchem Ort aufhalten werde, hängt von vielen Faktoren wie dem Wetter, meinem gesundheitlichen Zustand, der Schönheit der Landschaft sowie der Gangbarkeit der Wege usw. ab.

Ich bin kein Mensch, der alles allzu detailliert plant, das würde ich als zu strenges Korsett empfinden, Städte und Landschaften "erwandere" ich mir gerne und daher möchte ich mich auch - oder gerade - auf dem Camino auf mein Bauchgefühl verlassen.

Einfach durch die Gegend streifen

Fix ist nur, dass ich am 9. Tag in Pamplona sein und von dort mit dem Bus zurück nach Bayonne fahren werde. Hier verbringe ich auch die 9. Nacht in einem einfachen und günstigen Hotel, fahre am 10. Tag mit dem TGV nach Paris zurück und nehme von dort aus den letzten Flieger am Abend zurück nach Wien.

Mehr ist aus familiären Gründen im Moment nicht möglich, sollte ich es aber gesundheitlich schaffen, möchte ich den Camino mit Gottes Hilfe im Spätsommer oder Herbst weitergehen.


Montag, 30. März 2015

Noch 15 Tage ...


Jetzt wird es wirklich langsam ernst und angesichts der "Schnee-Fotos" von gestern habe ich mir die Wetterprognosen für Mitte April angesehen. Diese sind sehr erfreulich - herrliches Wanderwetter bei milden, aber nicht zu heißen Temperaturen.

Der Screenshot oben zeigt die Wettervorhersage für Bayonne, der untere jene für Saint-Jean Pied-de-Port. Und die Vorfreude wächst ...


Mittwoch, 4. März 2015

Pilgern


Nachdem ich meine erste Nacht in Bayonne im Hotel de la Gare (Preis pro Nacht ca. 40 €) verbringen werde, weil ich ja gleich in der Früh mit dem Zug von dort nach Saint-Jean weiterfahre, beginnt am Abend des 2. Tages meiner Reise das "echte" Pilgerleben.

Aus gesundheitlichen Gründen wäre es für mich ein zu großes Wagnis, die Pyräneen zu besteigen und ich fahre daher nach der Besichtigung von Saint-Jean mit einem öffentlichen Bus nach Roncesvalles. Meine 2. Nacht werde ich aber dort in der Pilgerherberge verbringen und habe mir bereits ein Bett vorbestellt.

Das geht ganz einfach über die Homepage des Albergue de peregrinos: Ich habe auf meine Anfrage sofort Antwort bekommen und nach Überweisung von 10 € ist die Reservierung fix. Die Schlafkojen sehen recht nett aus, zu jedem Bett gibt es einen verschließbaren Spind und Internet ist ebenfalls vorhanden - mehr ist wirklich nicht nötig.

Bin schon voller Vorfreude aufs Pilgern und kann es kaum erwarten!