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Montag, 19. September 2016

Wien - Madrid - León


Mit Niki geht es heute um 06:55 nach León, Tagwache war um 03:30, bin also etwas müde.

Das Gewicht meines Rucksacks samt Stöcken beträgt laut Waage beim Boardingschalter 6,60 kg. Ein Rekord, denn mit so leichtem Gepäck war ich noch nie unterwegs.

In Anbetracht der hohen Berge, die es in den kommenden Tagen zu überwinden gilt, habe ich vor allem an Technik gespart und auch bei der Bekleidung auf alles Schwere verzichtet. Der Sommer soll ja in den nächsten Wochen noch andauern und notfalls werde ich mehrere Schichten übereinander anziehen.

Auch mein Karabiner mit dem integriertem Taschenmesser ging problemlos durch den Security Check, ebenso  wie die Teleskopwanderstöcke und die Nagelschere.

In Madrid muss ich warten. Mein Renfe-Ticket vom Flughafen Barajas nach León, welches die kostenlose Fährt vom Airpor zum Bahnhof Chamartin beinhaltet, wird erst in 2 Stunden freigeschalten. Daher gönne ich mir erstmal bei Mahou ein deftiges spanisches Mittagessen: Huevos rotos con jabón Iberico y cerveza - Spiegeleier mit Rohschinken, Bratkartoffeln und Bier ... sicher eine Kalorienbombe, aber da ich auf meinen letzten Caminos jeweils 5 kg abgenommen habe, ist das locker drin ... genauso wie das Eis als Nachspeise ;-)

Auch hier sehe ich viele Pilger . Die ersten beiden - eine Kroatin, die alles inklusive Mann aufgegeben und hat und mit einem One Way Ticket unterwegs ist, und eine Österreicherin, die sicher schon auf die 75 zugeht und den Caminos schon zum achten Mal in Angriff nimmt, diesmal von Porto - habe ich schon in Wien am Flughafen getroffen und genieße es, wieder Teil dieser großen und großartigen Gemeinschaft zu sein.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt und so gibt es eine elektrische Störung auf der Renfe-eigenen Verbindungslinie zum Bahnhof und ich muss nun doch die Metro nehmen, was sich mit 5€ zu Buche schlägt. Es geht mit Linie 8 zur Station Nuevos Ministerios und von dort mit Linie 10 zum Bahnhof Chamartin, wo jetzt wirklich ein Kaffee fällig ist, denn ich bin wirklich schön sehr müde.

Mit bis zu 300 km/h geht es am frühen Nachmittag  mit dem Hochgeschwindigkeitszug AVE über Segovia, Valladolid und Palencia weiter nach León. Die Fahrt dauert zwei Stunden und auch hier sind viele Pilger unterwegs.

Gut, dass ich mein Bett für diese Nacht im León Hostel, wo ich ja schon im April war, vorreserviert habe, ansonsten nada...

Kurz nach 17:00 relaxe ich bereits in meinem frisch bezogenen Bett (das gehört in diesem Haus dazu) und entspanne mich mit einer Tasse grünem Tee (im Preis von 14€ ist auch das inkludiert) ...

Sonntag, 11. September 2016

Nächste Woche ...


... geht es wieder los. Insgesamt stehen mir 20 Tage zur Verfügung, wovon ich die letzten drei in Madrid verbringen werde.

Wie bereits erwähnt, versuche ich immer, das Pilgern auf dem Jakobsweg mit ein wenig Kunst und Kultur zu verbinden und wähle meine Flugdestinationen daher auch danach aus. Heuer im Frühjahr war es Bilbao, vor einem Jahr Barcelona und zuvor Pamplona und die französische Grenzstadt Bayonne.



Von Madrid geht es diesmal mit dem Zug nach León und von dort weiter in Richtung Sarría. Da dieser Abschnitt des Caminos gebirgig und demnach mit größeren Anstiegen verbunden ist (Cruz de Ferro), lautet die Devise reduzieren. Das sommerliche Wetter, das weiter anhalten soll, kommt mir dabei entgegen.

Neu sind der schwarze Hut auf dem Foto, den ich auf dem österreichischen Jakobsweg bereits ausgiebig getestet habe, und ein mit Vlies gefütterter Regenponcho, der als Decke verwendet werden kann und meinen Schlafsack ersetzt. Die Tasche aus dem gleichen Material, die als Hülle gedacht ist, lässt sich auch sehr gut zum Shoppen verwenden.



Bezüglich Jacke und fotografischer Ausrüstung bin ich noch am Überlegen... soll ich meine Lumix Panasonic mitnehmen oder nicht, denn an und für sich macht mein neues Smartphone (ein Huawei p9 Lite) mit seiner 13-Megapixel-Kamera ebenso gute Bilder.

Ansonsten ist alles bereits unter Dach und Fach. Bin gespannt, was beim Abwiegen des fertig gepackten Rucksacks herauskommt.

Inzwischen herzliche Pilgergrüße aus Wien und Buen camino!



Montag, 30. Mai 2016

Ultreja! oder Meine 4. Etappe geht in Planung

 



La Virgen del Camino, einige Kilometer westlich von León, war vor einem Monat der vorläufige Endpunkt meines Caminos und von dort aus wird es auch im Herbst in Richtung Santiago weitergehen.





Als Start- und Zielflughafen habe ich mir diesmal Madrid ausgesucht: Die spanische Hauptstadt ist mit dem Flieger von Wien aus non-stop in 3 Stunden zu erreichen, und ich kenne sie bisher noch nicht.

Daher habe ich, sozusagen als Belohnung für die Anstrengungen des Caminos, zum Abschluss meiner Reise, 3 Tage Sightseeing in Madrid eingeplant, worauf ich mich ebenfalls schon sehr freue!


Immer der Jakobsmuschel nach ...


Die Grobplanung "meiner" 4. Etappe - etwa 2,5 Wochen im kommenden Herbst - sieht wie folgt aus:

  • Anreise von Wien nach Madrid, von dort am Nachmittag des 1. Tages Weiterfahrt mit dem Zug nach León (ca. 2,5 Std.)
  • Nächtigung in León, am 2. Tag Weiterfahrt mit dem Bus 1B nach La Virgen del Camino 
  • von dort aus ungefähr 200 km, aufgeteilt auf 15 Tagesetappen zu ca. 15 km (da die Strecke, die vor mir liegt, ziemlich gebirgig ist, nehme ich mir lieber nicht zu viel vor)
  • Vorläufiges Ziel: Sarria, von dort aus Rückfahrt mit dem Zug nach Madrid

Melodie und Text des Pilgerlieds "Ultreja"(Pilgerherberge in Villalcázar de Sirga)

Dienstag, 17. Mai 2016

León Hostel - Erfahrungsbericht


In diesem wunderschönen alten Haus im gotischen Viertel von León, keine 100 m von der Kathedrale entfernt, befindet sich - in einer großen, schönen Altbauwohnung im 3. Stock - das León Hostel.

León Hostel, Calle Ancha 8

Die Zimmer (zumeist 4-Bett) sind groß, hell und modern eingerichtet, selbstverständlich beheizt, Bettwäsche und Steppdecke werden zur Verfügung gestellt, außerdem gibt es in den Zimmern versperrbare Schränke, Kleiderbügel und Steckdosen.

4-Bett-Zimmer im León Hostel

Viel Platz, Licht und ein tolles Ambiente


Außerdem verfügt das Hostel über eine gut ausgestattete Küche (Kaffee, Tee, Kakao und diverse Grundnahrungsmittel zur freien Entnahme), eine Waschmaschine (Preis 3 €), einen Trockenraum, getrennte Duschen und WCs für Frauen und Männer und einen großen Aufenthaltsraum mit PCs, Spielen, vielen Büchern und einem Erker mit Sitzgelegenheiten.

Aufenthaltsraum im León Hostel

Die Preise pro Bett und Nacht, liegen zwischen 13 € (unter der Woche) und 15 € (am Wochenende).

Pluspunkte:
Sehr freundliches, nettes und hilfsbereites Personal
sauber und gepflegt, eigene Bettwäsche
Schließfächer
Exzellente Lage, gleich bei der Kathedrale
Supermärkte, Lokale und Geschäfte gleich in der Nähe
Vom Bahnhof/Busbahnhof in 10 - 15 min. zu Fuß zu erreichen
Auch nach dem Check-out kann man seine Sachen noch bis zum Abend problemlos dort lassen und WLAN, Küche und Bad benützen
Reservierung im Voraus möglich

Weniger gut:
Nachts kann es - aufgrund der zentralen Lage in der Hauptstraße - recht laut werden (Musik aus den Lokalen, Passanten usw.)
Keine Pilgerherberge (obwohl viele Pilger hier absteigen), d.h. in der Nacht auch drinnen teilweise sehr unruhig

Zusammenfassung:
Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wen es nicht stört, dass die Nacht recht kurz werden kann, der ist hier bestens aufgehoben.

Chocolate con churros - Chocolatería "Valor" (im selben Haus)

Mittwoch, 4. Mai 2016

Wie wird es weitergehen?


Ich war noch nicht einmal zurück in Wien, als ich bereits vor Ort begonnen habe, die Fortsetzug meines Caminos zu planen.

Fix ist: Es wird beim nächsten Mal von Madrid aus gehen, denn ich möchte den Camino - so wie immer - mit dem Kennenlernen einer neuen spanischen Großstadt verbinden.


Von dort aus fährt die ALSA - wie ich gesehen habe - bequem in 3,5 Stunden nach León, wo ich mich ja bereits recht gut auskenne, und ich muss also nur mehr von der Plaza Santo Domingo mit dem innerstädtischen Bus nach La Virgen del Camino weiterfahren.


Wie lange und wie weit es beim nächsten Mal gehen wird, kann ich derzeit noch nicht genau sagen, ich peile erstmal Ponferrada an, möglicherweise auch Sarría. Aber das muss ich noch mit den mir nahestehenden Personen absprechen.

Ich freue mich auf jeden Fall schon jetzt darauf!

Allen, die sich demnächst auf den Weg machen oder gerade unterwegs sind, wünsche ich Buen Camino!

P.S.: Sobald ich Zeit habe, werde ich hier in meinem Blog genauer über die diversen Unterkünfte berichten, in denen ich diesmal abgestiegen bin. Immer wieder reinschauen lohnt sich also ... ;-)


Sonntag, 1. Mai 2016

Ein letzter halber Tag in León


... und ich beschließe, mich einfach treiben zu lassen und zu sehen, was mir der heutige Tag zu bieten hat.

Die Nacht war laut und unruhig, so habe ich heute etwas länger geschlafen. Als ich gegen 09:00 nach einem schnellen Kaffee das Hostal verlasse, ist es mit 6° doch noch sehr kalt.

Zuerst gehe ich in den Supermarkt, in dem ich schon an meinem ersten Tag hier eingekauft habe, um mich für den heutigen Tag mit Essbarem zu versorgen. Mir steht ja am Nachmittag eine lange Zugfahrt (5 Stunden, zurück nach Bilbao) bevor.

Gaudí-Statue vor dem Handelshaus Casa de Botines

Ich verstaue die Sachen im Kühlschrank, den darf ich, so lange ich ihn benötige, sprich bis zu meiner Abreise, benützen. Als ich das Haus neuerdings verlasse, ist es immer noch nicht viel wärmer, daher steht mir der Sinn nach einer schönen Tasse Cappuccino irgendwo auf einem sonnigen Plätzchen.

Mein Weg führt mich hinunter zum Fluss, die Sonne wird etwas wärmer und ich finde auch ein nettes Lokal für meinen Kaffee. So gestärkt schlendere ich die Uferpromenade entlang und staune wieder einmal, was für ein bewegungsfreudiges Volk die Spanier doch sind. Trotz der relativ frühen Stunde und der kühlen Temperaturen ist der Paseo bereits voller Leute: Kleine Kinder vergnügen sich auf den Spielplätzen, junge Leute fahren mit dem Rad, mit Roller skates oder joggen den Fluss entlang, ältere Damen und Herren promenieren und unterhalten sich lebhaft, ganz Alte genießen im Rollstuhl die Wärme der Sonnenstrahlen.

Miniatur-Kraftwerk am Rio Bernesga

Ich gehe am Wasserfall und dem Miniaturkraftwerk vorbei bis zur steinernen Brücke. Dort endet die Uferpromenade und ich gelange direkt auf den großen schönen Platz, auf dem sich das Luxushotel Parador befindet. 

Spanische Hochzeit im Parador de León


Hinein darf ich leider nicht, doch draußen werde ich mit einer spanischen Hochzeit belohnt: Ein pinkfarbener Jaguar bringt das Brautpaar hier her, trotz Kälte und Wind posieren die beiden samt ihren winzigen 3 Brautjungfern für den Fotografen.

Edificio Europa - das Europagebäude in León

Als sie in der Kirche verschwinden, habe auch ich genug gesehen. Weiter geht es, ein letztes Mal an der Junta und dem wunderschönen Europa-Gebäude mit seiner Fassade aus spiegelndem blauen Glas vorbei zurück in die Altstadt.

Bevor ich sterbe, möchte ich ... Tafel auf einem Volksfest in León

Plötzlich höre ich fröhliche Musik in der Art, wie ich sie von meinen Reisen auf die Kanaren kenne. Ich folge den Klängen und finde mich ganz plötzlich inmitten einer Veranstaltung wieder, in der es offensichtlich um den Schutz und Erhalt unserer Umwelt geht. Kinder aller Altersgruppen mit ihren Eltern und Großeltern warten anscheinend auf ihren Auftritt, es gibt eine Foto-Ausstellung über fair hergestellte Baumwolle und Stände mit Essen, Getränken und Recycling-Produkten. 

Die gotische Kathedrale Santa María de Regla von León

Langsam wird es nun Zeit, ins Hostel zurück zu kehren. Ich folge den gelben Pfeilen - denn der Jakobsweg ist überall präsent - durch verwinkelte Gässchen, vorbei an Lokalen, vor denen gut gelaunte Menschen in der Sonne sitzen, bis zur Kathedrale und hole mir im Touristeninformationsbüro gleich gegenüber meinen heutigen Stempel für den Pilgerpass.


Dann muss ich der schönen Stadt Leon leider auf Wiedersehen sagen, hole meine Sachen aus der Herberge und gehe zum Bahnhof. Pünktlich um 15:44 geht mein Zug nach Bilbao. Was mich dort wohl noch alles erwarten wird?

Freitag, 29. April 2016

León - La Virgen del Camino

Noch 300 km bis Santiago!
Nach dem gestrigen Kultur- und Sightseeing-Tag war mir wieder nach mehr Bewegung und da ich heute sozusagen einen Tag "übrig" hatte, bevor es morgen nach Bilbao und vom dort aus wieder zurück nach Wien geht, schloss ich mich den weiterziehenden Pilgern an und "hängte" sozusagen noch ein kleines Wegstück "dran".

Casa Botines, heute Sitz der Caja Espana von Gaudí in León
Nur mit dem Tagesrucksack, in dem sich mein Fotoapparat, eine Flasche Wasser und der Pilgerpass befanden - und ich war mir bisher kaum bewusst, was das für einen enormen Unterschied macht! - ging es die Ancha hinunter, an der Caja Espana und der Gaudi-Statue vorbei bis zur Plaza Santo Domingo und anschließend hinunter zur Junta, über die San Marco-Brücke über den Rio Bernesga und immer den gelben Pfeilen nach hinaus aus der Stadt.

Stempelstelle in San Adrés del Rabanedro

Im Vorort San Andrés del Rabanedo befindet sich noch ein Check-Point, wo man seinen Pilgerpass abstempeln und die Wasserflasche nochmals auffüllen kann, dann geht es - immer der Straße entlang - leicht bergauf bis Trobajo del Camino, ein Straßendorf mit einer recht hübschen kleinen Kapelle direkt am Straßenrand und auf der rechten Seite, etwas abseits der Straße, einem Mirador, sprich Aussichtspunkt, von wo aus man einen schönen letzten Blick zurück auf die Stadt genießen kann.

Blick zurück auf León

Die echte Herausforderung (weshalb ich allen, die Zeit und Energie sparen möchten oder müssen, empfehlen würde, von der Plaza Santo Domingo um 1,30 € den halbstündlich verkehrenden innerstädtischen Bus 1B nach Virgen del Camino zu nehmen) folgt jetzt: Stetig, und am Schluss recht steil bergauf geht es durch ein typisches Industriegebiet, das nichts zu bieten hat, außer anfangs ein paar Wohnsiedlungen und danach einen Mix aus Großmärkten, Werkstätten, Fabriken, viel Asphalt und Beton und starkem Verkehr.



Nach 7,5 km erreichten wir endlich den Ort La Virgen del Camino, wo ich mich nach einem Café con leche von meinen PilgerkollegInnen verabschiedete und ihnen schweren Herzens "Buen Camino!" wünschte. Wie gerne würde ich zusammen mit ihnen weiterlaufen!

Diesmaliger Endpunkt und Startpunkt im kommenden Herbst
 
Noch ein letzter gemeinsamer Kaffee, dann heißt es Adiós!


Da dies aber leider nicht möglich ist, nahm ich den Bus 1A zurück bis zum Stadtrand und besichtigte dort noch den wunderschönen Parque de Quevedo, eine kleine Oase mit freilaufenden Hühnern, Truthähnen und Straußen unten am Fluss.
Was mir nun noch bleibt, sind der heutige Nachmittag und morgen Vormittag, und schon jetzt habe ich Sehnsucht danach, den Weg weiterzulaufen, so Gott will im kommenden Herbst - von Virgen del Camino ...

Donnerstag, 28. April 2016

Leon!



Relief der Stadt León

 "Pulchra Leonia", das " schöne León" wurde die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz schon vor vielen Jahrhunderten genannt und das ist sicher nicht übertrieben.

Die "Ancha" - hier auf Nr.8 befindet sich das Leon Hostel

Mein Hostel befindet sich ja im gotischen Teil der Stadt, keine Minute von der beeindruckenden Kathedrale Santa Maria entfernt, und so bräuchte ich praktisch nur das Haustor zu öffnen, um mich inmitten Hunderter Jahre Geschichte wieder zu finden. Was man der Stadt unbedingt zugute halten muss, ist, dass der Originalzustand vieler Häuser, Kirchen und Plätze kaum verändert wurde. Läden, Banken, Restaurants und Hotels wurden mit bemerkenswerter Umsicht in das historische Stadtbild integriert, auch ein Teil der alten Stadtmauern ist noch erhalten.

Las Murallas de León - die alten Stadtmauern

Aber ich möchte es nicht bei dem historischen Zentrum belassen, das auf jeden Fall beachtenswert ist, sich jedoch nicht allzu sehr vom anderen spanischen Städten dieser Größenordnung unterscheidet, denn auch das moderne León ist sehenswert!

Regierungsviertel und Museumsquartier in León

Im Westen der Stadt, an den Ufern des Flusses Bernesga, wurde nämlich ein ganz moderner Stadtteil errichtet, der einen interessanten Kontrapunkt zur Altstadt darstellt, so wie es meiner bescheidenen Meinung nach nur spanische (oder auch französische) Architektinnen und Architekten in dieser Perfektion beherrschen: Neben der von weitläufigen Grünflächen umgebenen Junta (dem Regierungs- und Verwaltungssitz der autonmomen Gemeinschaft Kastilien und León) befinden sich hier das Auditorium (ein Kulturzentrum mit Theater- und Konzertsälen), das Edificio Europa (Europa-Gebäude), das León Plaza, ein modernes Einkaufszentrum und das Museum für zeitgenössische Kunst (MUSAC), heute leider geschlossen.

MUSAC - Museum für zeitgenössische Kunst

Puente de los Leones in León
Nachmittags wurde das Wetter, das in den letzten Tagen wieder recht schlecht gewesen war, endlich wieder sonniger und wärmer und so machte ich - ausgehend von der Löwenbrücke - einen Spaziergang am Flussufer. 

Strauße im Parque de Quevedo

Die Uferpromenade wurde auf mehreren Ebenen - mit Kinderspielplätzen, Sportgeräten zur öffentlichen Benützung, vielen Sitzgelegenheiten und Sandbahnen zum Bocciaspielen - sehr liebevoll und vielfältig gestaltet. Ein weiterer interessanter Höhepunkt ist das Demonstrationszentrum für erneuerbare Energien mit seinem Mini-Kraftwerk direkt am Ufer des Rio Bernesga.
 
Geschichte, Moderne und Technik - das ist León

Reliegos - Mansilla de las Mulas - León

Von Reliegos war es nun nurmehr ein Katzensprung bis Mansilla de las Mulas, eine Kleinstadt am Rande des Einzugsgebiets von León und ohne besondere Sehenswürdigkeiten.

Mansilla de las Mulas

Ich hatte in diversen Foren die Empfehlung gelesen, von dort aus den Bus ins Stadtzentrum zu nehmen, um sich den eintönigen und langwierigen Weg durch wenig attraktive Vororte und Industriegebiete entlang der Autobahn zu ersparen, und das tat ich auch.

Busstation in Mansillas
 
Auch hier Überschwemmungen

Um ganz kleines Geld war ich innerhalb weniger Minuten in León, der Busbahnhof befindet sich am linken Ufer des Flusses Bernesga, von wo auch die Pilger, die diese Strecke zu Fuß laufen, über eine alte Steinbrücke in die Stadt einziehen.
 
León, Puente de San Marcos


Ich überquerte ebenfalls den Fluss und erreichte innerhalb weniger Minuten die Altstadt. Da sich mein Hostel, in dem ich bereits vor Wochen ein Bett vorgebucht hatte, gleich in der Nähe der schon von weitem sichtbaren Kathedrale befand, war es leicht, sich zu orientieren und ich erreichte die Calle Ancha zu Fuß in weniger als einer Viertelstunde.

León Hostel, Calle Ancha Nr. 8


Das Leon Hostel befindet sich im dritten Stock eines schönen alten Wohnhauses im gotischen Viertel, verfügt über große Zimmer, eine helles, freundlich eingerichtetes Wohnzimmer, eine gut ausgestattete Küche, Duschen, Waschmaschine usw.
Ich war bei meiner Ankunft der einzige Gast in einem sehr geräumigen Vierbettzimmer, richtete mich häuslich ein, duschte und machte mich als erstes auf die Suche nach einem Supermarkt, den ich auch alsbald gleich in der Nähe fand.

Altstadt von León

Nun hatte ich 2 Tage Zeit, mir die Stadt anzusehen und mich ein wenig von den Strapazen des Caminos zu erholen, bevor es über Bilbao wieder zurück nach Wien ging.


Mehr als die Hälfte des Camino Francés war also geschafft und die restlichen 300 km würden früher oder später auch noch zu bewältigen sein.

Dienstag, 5. April 2016

Fertig gepackt und letzter Feinschliff

Wie ich in den letzten Tagen festgestellt habe, dürften die Monate April und Mai so etwas wie die Hochsaison für Jakobspilger sein, zumindest berichten das Pilgerinnen und Pilger in den diversen Social Media-Gruppen, und ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie "voll" es vor einem Jahr in Saint-Jean oder Pamplona war.

Daher habe ich mich wohl oder übel durchgerungen, meinen diesmaligen Camino-Aufenthalt doch etwas genauer durchzuplanen und an den wichtigsten Eckpunkten ein Bett vorzureservieren, um nicht wieder dasselbe Problem wie in Los Arcos zu haben, wo ich im vergangenen Herbst letztendlich ein recht teures Hotelzimmer nehmen musste, da am Nachmittag bereits alle Herbergen voll und - wie auch sonst häufig der Fall - die Pensionen (von Busgruppen) belegt waren.

Das gilt  für Logroño (die 1. Nacht vor der Weiterreise zu meinem Ausgangspunkt Nájera), León (mein diesmaliges Ziel) und Bilbao (von wo aus mein Rückflug geht und das ich mir auch gerne näher ansehen möchte).

Markt in Logroño


Über die Albergue Albas in Logroño habe ich ja bereits an anderer Stelle berichtet, in León habe ich mich für ein Bett im 4er-Schlafsaal im zentral gelegenen León Hostel (Preis 15 € inkl. gratis Kaffee und Tee) entschieden und werde zu gegebener Zeit Fotos und meine persönlichen Erfahrungen hier posten.

Die letzten beiden Nächte vor meinem Rückflug werde ich im BBK Bilbao Good Hostel, das mit der Metro vom Bahnhof aus gut zu erreichen ist, verbringen. Den Preis von 19 € pro Nacht inklusive Frühstück halte ich in einer Großstadt für durchaus angebracht. Auch das Bahnticket von León zurück nach Bilbao (Preis ca. 30 €) habe ich bereits.

Was die Detailplanung der Etappen betrifft, so möchte ich mich aber auch dieses Mal nicht festlegen da ich damit die letzten beiden Male sehr gut gefahren bin. Ich könnte mir allerdings vorstellen, in Burgos einen ganzen Tag zu verbringen, soferne mir die Stadt ebenso gut gefällt, wie anderen Pilgerinnen und Pilgern.

Vor der Meseta habe ich jetzt schon ziemlichen Respekt und hoffe, dass es mir gelingen wird, auch diese Herausforderung zu meistern.


Ja, und mein fertig gepackter Rucksack für die kommenden drei Wochen sieht übrigens so aus (Motto: "Weniger ist mehr" ;-) ), bei Eurowings dürften sie nämlich bezüglich Handgepäck ziemlich streng sein und ich möchte ihn lieber nicht aufgeben.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Pläne ...

Nachdem ich jetzt - in Absprache mit anderen Familienmitgliedern - weiß, wann ich problemlos wegfliegen kann, da dann jemand anderer auf meine vielen Pflanzen und die Fische im Aquarium schauen wird, kann ich mich endlich an die Planung meiner 3. Camino-Etappe machen.

Unterwegs (Wäldchen bei Roncesvalles)


Bisher war ich 2 Mal auf dem Camino unterwegs, jeweils nur für ca. 10 Tage, und bin bis Nájera (eine kleine Stadt westlich von Logroño) gekommen. Nun soll es nicht ganz 3 Wochen von dort aus weitergehen, die Flüge sind jedenfalls bereits unter Dach und Fach.

Da es von Wien keine Direktflüge nach Bilbao gibt, von wo ich im Frühjahr 2016 starten werde, werde ich mit Eurowings über Düsseldorf dorthin fliegen. Der Flieger landet am frühen Nachmittag, was bedeutet, dass ich noch am selben Tag mit dem Bus nach Logroño weiterfahren kann, wo ich mir im Voraus ein Quartier für die 1. Nacht buchen werde.

Unterführung am Ortsende von Logrono (Túnel del Camino)


Hier kenne ich mich ja bereits aus und nehme am 2. Tag früh morgens den Bus Metropolitano nach Nájera, dann geht das Abenteuer weiter...

Auch diesmal werde ich lediglich eine Grobplanung machen und mir keine konreten Ziele setzen; fix ist nur, dass ich nach etwa 2,5 Wochen wieder nach Bilbao zurückfahre, mir 2 Tage die Stadt ansehen und anschließend von dort aus zurückfliegen werde.

Einen ganzen Tag, vielleicht sogar auch 2 plane ich zwischendurch für Burgos und eventuell auch für León ein, falls ich es bis dorthin schaffe.

Bodenmarkierung in Pamplona

Das hängt vom Wetter, von meinem persönlichen Befinden und auch davon ab, wie sehr mich ein Ort anspricht, denn auch in diesem Jahr habe ich vor, mich dort niederzulassen, wo es mir gefällt und mich nicht nach vorgegebenen Etappen zu richten. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es in kleineren Dörfern zwischen den bekannten Etappenzielen oft wunderschöne Herbergen gibt, während es in den größeren Städten ohne Vorausreservierung und Ortskenntnis schwierig ist, ein nettes Quartier zu finden.


Die wunderschöne kleine Pilgerherberge in Ventosa

Natürlich habe ich bisher auch in großen Schlafsälen mit 100 Leuten übernachtet und einmal musste ich abends sogar, da alles bereits belegt bzw. vorreserviert war, in einem recht teuren Hotel ein Zimmer nehmen, aber das soll die Ausnahme bleiben und ich werde vordringlich danach trachten, in kleineren Pilgerherbergen entlang des Weges unterzukommen.


Albergue Sansol


Soweit meine Pläne für 2016 und ich freue mich schon sehr darauf, den Camino fortsetzen zu dürfen!
Sobald ich Näheres weiß, werde ich weiter darüber berichten ...