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Mittwoch, 16. September 2015

Barcelona - Pamplona - Puente de la Reina: Zurück zum Ausgangspunkt

Barcelona, Sagrada Familia
Von Wien nach Barcelona waren es genau 2 Stunden und 15 Minuten, also eigentlich ein Katzensprung. Bis ich allerdings an meiner diesmaligen Ausgangsposition - Puente de la Reina - ankommen sollte, vergingen noch mehr als 24 Stunden ...

Nachdem ich meine Tochter in Barcelona in ihr Hotel begleitet und mit ihr noch ein kleines Mittagessen eingenommen hatte, ging es mit dem spanischen "Hochgeschwindigkeitszug" Alvia quer durch Spanien über Zaragoza nach Pamplona. Ich hatte ja vom TGV im April bereits eine größere Verspätung in Erinnerung und diesmal war es das Gleiche. Es wurde 21:00 Uhr, bis ich in der Albergue Casa Ibarrola eintraf - mein Bett hatten sie mir Gott sei Dank noch freigehalten - und nach einer warmen Dusche ging ich auch gleich schlafen.



Am nächsten Morgen nahm ich dann den Estellesa-Bus nach Puente de la Reina und besuchte dort zunächst einmal gleich die Kathedrale, welche - man glaubt es kaum - sogar offen war! Ich bekam einen Stempel in meinen Pilgerpass und marschierte dann gegen 11:00 Uhr über die schöne romanische Brücke los...



Donnerstag, 10. September 2015

Countdown - nur noch 9 Tage

 

...dann geht es wieder los und in meinem Schlafzimmer steht bereits der fast fertig gepackte Rucksack.

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, geht es Anfang übernächster Woche von Wien zunächst einmal mit dem Flugzeug nach Barcelona, wohin ich meine Tochter begleite, die nicht gerne fliegt, aber dort eine Fortbildung besuchen muss. Ich werde den Tag dort mit ihr verbringen und fahre am Nachmittag mit dem Zug weiter nach Pamplona.

Dort habe ich im April ja bereits einige Tage verbracht, kenne mich also ein wenig aus und habe mir eine Schlafkoje in der Casa Ibarrola vorreserviert. Am nächsten Morgen fahre ich dann von der Estación de Autobuses auf der Plaza de la Paz/ Calle Yanguas y Miranda mit einem Estellesa-Bus weiter nach Puente de la Reina, wo "die große" Freiheit beginnt ...

Um mich von Wien vorher noch einmal würdig zu verabschieden und Gottes Segen für meine 2. Etappe zu erbitten, war ich heute noch einmal im Stephansdom:



Sonntag, 5. Juli 2015

Flüge gebucht!

Heute habe ich gemeinsam mit meiner Tochter die Flüge gebucht, da ich sie ja wegen ihrer Flugangst im September auf ihr Seminar nach Barcelona begleite und von dort aus zum Start meiner "2. Etappe" anreise. Dazwischen bleibt uns sogar noch etwas Zeit um gemeinsam Mittag zu essen und uns ein wenig in Barcelona umzusehen.

"Sagrada familia", Barcelona


Auch das Bahnticket von Barcelona nach Pamplona habe ich bereits reserviert und ein Mail an die "Albergue Ibarrola" geschickt, wo ich, da ich mich im April dort sehr wohl gefühlt habe, die erste Nacht verbringen möchte. Am nächsten Morgen um 10:00 Uhr geht es dann mit dem Bus weiter nach Puente de la Reina, von wo aus der Camino für mich weitergeht.

Ich werde diesmal insegesamt 12 Tage zur Verfügung haben und freue mich schon sehr darauf, dass es wieder weitergeht, auch diesmal ohne konkrete Vorgaben und mit noch weniger Gepäck ...

Bisher angefallene bzw. voraussichtliche weitere Kosten:
S-Bahn Wien zum Flughafen Wien Schwechat: 2 x 2,20 €
Flugtickets Wien - Barcelona und zurück mit Austrian Airlines: 179,26 €
Aerobus Barcelona: 10,20 € (Hin- und zurück) bzw. RENFE-Zug (T10 um 9,95)
Bahnticket Barcelona - Pamplona: 25,80 €


Nächtigung Pamplona: 15 €
Bus Pamplona - Puente de la Reina: 2,25 €

Freitag, 3. Juli 2015

2. "Etappe": Jetzt ist es fix ...


Bushaltestelle in Puente de la Reina

Am 15. September werde ich "meine" zweite Etappe auf dem Camino Francés starten und 2 Wochen lang von Puente de la Reina, wo ich im April aufgehört habe, in Richtung Santiago wandern.Wie weit ich tatsächlich komme, wird von mehreren Faktoren, wie zB dem Wetter abhängen, und ich habe mir kein festes Ziel vorgenommen.

Diesmal werde ich über Barcelona anreisen, da ich meine Tochter - die beruflich dort zu tun hat und unter Flugangst leidet - bis dorthin begleiten werde.

Von dort aus geht am Nachmittag ein Schnellzug nach Pamplona, wo ich die erste Nacht verbringen möchte, und am Morgen darauf fahre ich mit dem Bus nach Puente de la Reina weiter, wo ich mir meinen Pilgerstempel holen muss, auf den ich als ich letztes Mal da war, vergessen habe und anschließend meine diesmalige Wanderung beginnt. 

Bin freudig aufgeregt, dass der Termin jetzt endlich feststeht und ich ein wenig weiter planen kann.

Liebe Pilgergrüße an alle, die hier mitlesen!


Donnerstag, 21. Mai 2015

Trotzdem weiterplanen: "Meine" 2. Etappe und die überarbeitete Packliste

Der Camino hat mich ganz fest in seinen Bann gezogen und kaum vom ersten 10-tägigen "Probelauf" zurück, habe ich bereits damit begonnen, meine zweite Etappe zu planen.



Im September wird es - wie bereits an anderer Stelle erwähnt - von Puente de la Reina über Logorono in Richtung Burgos gehen: 7 Tageswanderungen für gut trainierte Pilgerinnen und Pilger - ich plane etwas vorsichtshalber inklusive An- und Abreise 14 Tage ein.



Da meine Tochter im September - wann genau steht noch in den Sternen - beruflich nach Barcelona fliegen muss, wird diese Stadt voraussichtlich die erste Etappe meiner Anreise darstellen. Soweit ich bisher in Erfahrung bringen konnte, stellt der Zug die günstigste und schnellste Verbindung zwischen Barcelona und Pamplona dar.

Spätestens hier muss die erste Nächtigung erfolgen, am nächsten Tag geht es mit dem Bus bequem zu meinem diesmaligen Ausgangspunkt Puente de la Reina und von dort voraussichtlich bis Cirauqui oder Lorca.



Da das Wetter im September nicht vorhersehbar ist, wird der weitere Verlauf vor allem davon abhängen, wie heiß es ist. Ein zweites Kriterium stellen für mich als Kunstinteressierte und begeisterte Fotografin die Sehenswürdigkeiten auf dem Weg dar, weshalb ich mir keine allzu großen Tagesetappen vornehme.

Zeitdruck hatte ich jahrzehntelang mehr als genug und vertrage ich sowieso keinen mehr und der Leistungsgedanke ist für mich beim Pilgern ebenfalls kein maßgeblicher Faktor ... wie immer andere es auch sehen mögen.

Meine - aufgrund der im April gewonnenen Erkenntnisse - überarbeitete Packliste sieht so aus:


Rucksack 40 Liter inkl. Regenhülle
leichter Schlafsack
aufblasbares Kopfkissen
Trekkingstöcke
Bauchtasche
zusammenfaltbarer Minirucksack für Einkauf und Sightseeing
Beutel in verschiedenen Farben (Packsystem), Sack für Schmutzwäsche

Regenjacke
Fleece- oder Strickjacke
3 x Wandersocken
2 - 3 Funktionsshirts
1 dünne Bluse (auch als Jäckchen verwendbar)
3 Slips
2 BHs
Langarmpulli oder Sweatshirt
Trekkinghose + eine zweite bequeme Hose
Leggings
Kopfbedeckung (Sonnenschutz)
Wanderschuhe
Trekking-Sandalen
Crocs

Toilette-Tasche zum Aufhängen
Shampoo, Duschgel, Cremes (Proben)
Zahnpasta, Zahnbürste
Handtuch + Badetuch
Magnesium etc.
Pflaster, Blasenpflaster
5 große Sicherheitsnadeln, Nähset
Sonnencreme
Hirschtalgcreme
Medikamente
Papiertaschentücher
Haarspange, Haargummi
Schere, Feile, Kamm, Bürste, etc.

Smartphone mit Ladekabel
3er Adapter
Fotoapparat mit Ladegerät
Netbook ohne Akku

Schweizer Messer, Campinglöffel/-gabel
Campingbecher
Minimax von Tupperware

Geldbörse, Kreditkarte
eCard
Reisepass
Klarsichthülle mit Reiseunterlagen
Pilgerpass
Reiseführer Michelin
Ausdrucke meiner Etappenplanung
Kugelschreiber
Brille + Sonnenbrille



Montag, 11. Mai 2015

Albergue turístico y de peregrinos "Jesus y Maria", Pamplona - Erfahrungsbericht

Schlafsaal B, Albergue Jesús y Maria

Pilgeratmosphäre pur - so würde ich die bekannte Städtische Herberge in Pamplona in 2 Worten beschreiben. Ich kam an meinem vorletzten Tag - vor der Rückfahrt über San Sebastián, Bayonne und Paris nochmals nach Pamplona zurück. In Puente de la Reina hatte ich von einer netten Französin von dieser Herberge gehört und da ich bereits wusste, wo sie sich befand, ging ich kurz entschlossen in die Calle Compañía, ganz in der Nähe der Kathedrale.

Es war erst gegen Mittag, ich war die 4. Pilgerin, die auf Herbergssuche in der Albergue Jesús y Maria eintraf und das war auch die Nummer des Betts, das ich von einem freundlichen Hospitalero zugewiesen bekam.

Die großen Schlafsäle (112 Betten, aufgeteilt auf 2 Schlafsäle zu je 2 Etagen) in den hohen Räumen der ehemaligen Jesuitenkirche wirkten nicht wirklich gemütlich, ebensowenig wie die wenigen Duschkabinen und WCs für so viele Leute, aber ich hatte keine Lust, lange weiterzusuchen und habe letztendlich trotz allem gut und lang geschlafen und mich mit einigen netten Leuten unterhalten.

Waschküche mit je 2 Waschmaschinen und Trocknern

Pluspunkte:
Sehr günstige, einfache Unterkunft, nur 8 €/Bett inkl. Laken und Polsterüberzug
Zentrale, aber ruhige Lage
Große Waschküche mit Waschmaschinen (Benützung gratis, Waschpulver 1 €) und Wäschetrocknern (1 €), auch Kleiderbügel und Wäscheständer sind vorhanden
Automaten mit Getränken und Snacks
(einige) versperrbare Schließfächer im Vorraum
Einstellmöglichkeit für Fahrräder
Bad/WC für Menschen mit besonderen Bedürfnissen
Steckdosen beim Bett
gratis WLAN und einige Computer zur Benützung gegen Gebühr
Küche mit Mikrowelle
 
Blick auf den Innenhof


Wunderschön und eine Oase der Ruhe

Weniger gut:
zu wenig Duschen und WCs, daher ständig "Überschwemmungen" am Boden
Nachts eher laut
keine Privatsphäre

Donnerstag, 7. Mai 2015

Albergue Casa Ibarrola, Pamplona - Erfahrungsbericht



Mitten in der Altstradt von Pamplona, in der malerischen Calle del Carmen 31, ganz in der Nähe der Puerta Fráncia, aber auch vom Busbahnhof in 15 Minuten bequem zu erreichen, liegt die private Albergue Casa Ibarrola, ein echtes "Schmuckkästchen" unter den Pilgerherbergen, das den Preis von 15 € pro Nacht auf jeden Fall rechtfertigt.


Im Eingangsbereich, der zugleich als Gemeinschaftsraum/Küche/Esszimmer fungiert, befinden sich weiters eine kleine Bibliothek, ein Fernseher und Automaten mit Getränken und kleinen Snacks.

Die Küche ist bestens ausgestattet (ausreichend Geschirr, Tassen, Besteck, Kühlschrank, Microwelle, Wasserkocher, Herd, Spüle ...), daher wird hier abends gerne gekocht. Kleine Supermärkte zum Einkaufen befinden sich gleich in der Nähe.



In diesem sehr gepflegten Haus hat alles seinen Platz, hier der Abstellplatz für Rucksäcke.



Die "Waschküche" (Münzeinwurf 3 €) dient zugleich als Aufbewahrungsplatz für die Wanderschuhe. Wäscheständer sind in einem weiteren kleinen Raum (Behinderten-WC) ebenfalls vorhanden.



Hier einer der beiden Waschräume (2 Waschbecken, 2 Duschkabinen, 2 WCs, Haarfön vorhanden).



Das Highlight der Albergue sind diese 20 Schlafkojen - "capsulas" (Bettwäsche ist im Preis enthalten). In jeder Koje befindet sich ein Ablageboard mit Nachtlicht und 2 Steckdosen am Kopf- und ein Schließfach (Münzeinwurf) für persönliche Dinge am Fußende. Jedes Bett besitzt zusätzlich einen Rollladen, den man nachts, oder wenn man einfach Ruhe haben möchte, herunterlassen kann.

Pluspunkte:

  • Sauber und gepflegt
  • zentrale Lage in belebtem Viertel (Bars, Restaurants, Geschäfte ...)
  • Reservierungen vorab werden angenommen
  • Top ausgestattete Küche,
  • Koch- und Essgeschirr
  • kostenloses W-LAN, PC mit Internetzugang
  • Fahrradeinstellmöglichkeit
  • Air condition
  • Auch mehrtägige Aufenthalte möglich

 
Monumento al Encierro de Pamplona (2007)



Donnerstag, 30. April 2015

Leider geschlossen ...

Capilla de Espiritu Santo, Roncesvalles

Selbstverständlich kam ich bei meiner Pilgerwanderung an vielen Kirchen und Kapellen vorbei, doch anders als bei uns in Österreich waren die meisten von ihnen geschlossen, was ich sehr bedauert habe.

Iglesia de San Martín, Zubiri, Navarra

Iglesia de San Esteban de Zabaldika

Ich kannte das zwar schon von den Kanaren, hätte aber dennoch gehofft, dass es entlang des Jakobswegs anders wäre.

Ganz besonders schade fand ich, dass die Kathedrale von Pamplona - und das an einem Sonntag! - geschlossen war und auch nirgends angeschrieben stand, ob und wann eine Hl. Messe stattfinden würde, denn das hatte ich eigentlich vor.

Catedral de Pamplona

In der Saturninus-Kirche (oder auch San Cernin genannt) hatte ich Glück: Sie war offen und ich bekam sogar einen Stempel in meinen Pilgerpass.

Iglesia de San Saturnino, Pamplona

Ebenfalls geöffnet: Die Kapelle San Fermín mit der Statue des Heiligen Fermín, zu dessen Ehren jedes Jahr im Juli die weltberühmten Sanfermines  abgehalten werden.


Capilla de San Fermín, Pamplona




Samstag, 25. April 2015

Tag 9: Pamplona - San Sebastián - Bayonne



Schlafsaal im Albergue Jesús y Maria

Angesichts der vielen Menschen, mit denen ich in der Herberge Jesús y Maria einen Schlafsaal teilte, verlief die Nacht unerwartet gut. Ich war zwar ein paar Mal zwischendurch wach, schlief aber immer gleich weiter und um 6:30 war ich frisch und ausgeschlafen.


Der wunderschöne Innenhof der Herberge

Ich packte rasch meine Siebensachen zusammen und macht mich dann auf dem Weg zur Estacion de Autobuses, wo ich mir ein gutes und ausgiebiges Frühstück gönnte, bevor es mit der ALSA nach San Sebastian weiterging.

Pamplona: Plaza de la Paz

Die Fahrt war recht kurz und dort hatte ich einen längeren Aufenthalt, den ich für einen kleinen Stadtrundfang und nützte.

San Sebastián: Die letzten Tapas für längere Zeit ...

Um 12:25 sollte es nach Bayonne weitergehen, doch der Bus kam und kam nicht. Ich befragte verschiedene Busfahrer, die mir aber keine Auskunft geben konnten und wurde schließlich ins Büro der ALSA geschickt, wo ich erfuhr, dass der Bus einen Unfall gehabt hatte und die Fahrt nach Bayonne von eine. Andere. Busunternehmen, der Conda, durchgeführt werden würde, wann genau könne man mir auch nicht sagen ...


Ich war trotzdem erleichtert, denn ich hatte Schlimmeres befürchtet und eine halbe Stunde später kam auch bereits der Ersatzbus und es ging über Saint-Jean de Luz und Biarritz nach Bayonne, wo ich im Hotel F1 ein Zimmer vorreserviert hatte.
Doch vorher genehmigte ich mir in einer kleinen Brasserie noch 2 Crêpes, denn ich war von der schwülen und feuchten Hitze hier an der Atlantikküste völlig erschöpft und wusste, dass ich zu müde sein würde, das Hotel weit draußen am Stadtrand später nochmals zu verlassen.

Das Zimmer war aber ok, und der Preis von 36 € für ein Doppelzimmer zur Alleinbenützung inkl. Frühstück und WLAN für französische Verhältnisse sehr gut.

Ich duschte, wusch mir die Haare und genoss es, wieder einmal für mich allein zu sein. Um 21 Uhr schaltete ich das Licht aus und schlief auch sofort ein.


Sonntag, 19. April 2015

Tag 6: Pamplona

Blick von der Altstadt auf das moderne Pamplona
Nachdem ich mein ursprüngliches Ziel - in den wenigen Tagen, die mir für den Weg zur Verfügung stehen - zumindest bis Pamplona zu kommen, erreicht habe, werde ich heute einen Ruhetag einlegen und die Stadt besichtigen.

Ich habe sehr gut geschlafen und die Tatsache, dass die meisten Pilger früh aufstanden und sich auf den Weg machten, meine Wäsche gewaschen und zum Trocknen aufgehängt. Es war auch angenehm, wieder einmal in Ruhe zu frühstücken: Grüner Tee, Kekse und Obst - was für ein Genuss!

Albergue Casa Ibarrola

Ich stelle auch fest, dass der Jakobsweg nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern auch ein hervorragendes Gehirntraining darstellt, da man ständig zwischen Englisch (Hauptkommunikationssprache hier unter Pilgern), Französisch (und Franko-Kanadisch, denn es sind auch viele Kanadier hier), Spanisch und (eher wenig) Deutsch wechseln muss.

Los Gigantes de Pamplona

Auch heute habe ich wieder Glück - es findet eine Art baskisches Volksfest statt: Ich erlebe einen Umzug - die Leute tragen die traditionelle Tracht - mit Musik, Tanz, Wein und ausgelassener Fröhlichkeit. Zum Mittagessen gönne ich mir im wunderschönen Café Iruña eine Tortilla und ein Glas heimisches Bier und halte anschließend ein kleines Mittagsschläfchen bevor ich meine Stadterkundung fortsetze und zum Kaffee im Caballo Blanco lande.

Café Iruña

So geht der Tag ruhig und gemütlich vorüber - Bewegung habe ich auch heute genug gemacht - und ich muss langsam damit beginnen, die kommenden Tage zu planen, denn Donnerstag Abend geht mein Flieger von Paris aus wieder zurück nach Wien und ich muss bereits Mittwoch Abend wieder in Bayonne sein.


San Fermín



Samstag, 18. April 2015

Tag 5: Zubiri - Larrasoaña - Zuriain - Zabaldika - Pamplona

Die Morgenluft ist angenehm kühl und erfrischend, als ich gegen 08:30 Uhr von Zubiri aufbreche, aber irgendwie verpasse ich die gelben Hinweisschilder und lande auf der N135. Entlang der von Autos und unzähligen Radfahrern befahrenen Straße zu pilgern, ist kein reines Vergnügen, andererseits ist es für mein Knie so wohl das beste und ich muss daran denken, dass behauptet wird, der Camino sorge für diejenigen, die ihn gehen ...


Nach einigen Kilometern komme ich nach Larrasoaña, aber auch hier finde ich keinen Wegweiser, der mir anzeigen würde, wie ich zurück auf den Camino komme, ich bekomme auch langsam Lust auf einen Kaffee, aber hier ist alles geschlossen und entlang der Straße gibt es nicht einmal eine Tankstelle.

In Zuriain werde ich dann doppelt entschädigt: Direkt am Rio Arro befindet sich ein sehr nettes Lokal und hier treffe ich endlich wieder auf den Jakobsweg und andere Pilger. Ich stärke mich ausgiebig mit Café con leche, aqua, torilla und einem Energy-Riegel und schließe mich dann der Pilgerkolonne in Richtung Pamplona an.


Der Camino ist natürlich anstrengender zu gehen, als die N135, dafür wird man aber mit einer wunderschönen Landschaft und idyllischen kleinen Orten wie Zabaldika belohnt, die Bäume am Ufer des Rio Arro spenden Schatten und alles in allem ist diese Etappe weit weniger anstrengend als die gestrige.



Wenige Kilometer vor Pamplona, am Grillplatz von Zabaldika, treffe ich Leo, einen Kanadier, wieder, der sich schon den ganze heutigen Tag auf dem Camino sehr abgemüht hatte. Hier führt der Jakobsweg noch einmal richtig steil nach oben und wir einigen uns darauf, stattdessen auf dem bequemeren Fluss-Radweg durch das Naturschutzgebiet entlang des Rio Arro nach Pamplona zu gehen.

Überall Präsent: Jakobsmuschel


Rio Arro

Unterwegs erzählt mir der Kanadier, dass er bereits vor einigen Tagen, nach seiner Ankunft in Spanien in Pamplona übernachtet hat und von dort nach St. Jean gefahren ist, um den Camino von dort aus zu gehen. Ein Bett in der Herberge Casa Ibarrola - gleich beim Französischen Tor hatte er sich bereits damals für die heutige Nacht reserviert. 

Das "Französische Tor" in Pamplona

Da ich noch keine Ahnung habe, wo ich schlafen werde, ist er so nett, von unterwegs dort für mich anzurufen. Ich habe Glück und es ist noch ein Bett frei, der Preis von 15 € ist für das, was geboten wird, ebenfalls sehr gut.

Albergue Casa Ibarrola

Ich richte mich häuslich in meiner Schlafkoje ein, dusche, ruhe mich ein wenig aus und besorge mir dann im nächsten Supermarkt mein Abendessen. Anschließend mache ich noch einen kleinen Rundgang durch Pamplona und hole mir einen weiteren Stempel für meinen Pilgerpass in der Sakristei der Kirche San Saturnino. 

San Saturnino
 

Dienstag, 31. März 2015

Planung und geplant Ungeplantes

Flüge, Zugtickets, Busfahrten sind schon seit langem gebucht, der Rucksack ist fertig gepackt, Stöcke und Wanderschuhe stehen griffbereit daneben und auch die Kleidung, die ich auf der Anreise tragen werde, liegt bereit.

Womit ich mich jetzt befasse, ist ein wenig "Feinplanung", allerdings wirklich nur ein wenig, gerade so viel, um möglichst problemlos an mein Ziel und wieder zurüch nach Hause zu gelangen - alles andere bleibt mehr oder wenig offen.

Wandern in und um Wien

An Tag 1 werde ich zeitig morgens mit dem ersten Flieger nach Paris fliegen, von dort geht es mit dem TGV nach Bayonne, wo ich gegen Abend ankommen werde. Da ich bereits gegen 03:00 Uhr Früh aufstehen muss, denke ich, dass das für den ersten Tag auch reichen sollte und so habe ich mir gleich in der Nähe der Gare SNCF in Bayonne ein einfaches Hotelzimmer gebucht.

Von dort geht es gegen 11:00 mit dem Zug weiter nach Saint-Jean Pied-de-Port (Fahrtdauer etwas mehr als 1 Stunde).

Hier werde ich mittagessen und die Zeit bis zum Abend mit der Besichtigung der Stadt, dem Besuch des Pilgerbüros, einkaufen usw. verbringen, bis es mit dem Bus um 19:15 nach Roncesvalles weitergeht. Die 2. Nacht werde ich in der dortigen Pilgerherberge, dem Albergue de Roncesvalles, verbringen, wo ich mir ebenfalls schon von hier aus ein Bett reserviert habe.

Die darauf folgende Woche möchte ich ganz bewusst nicht planen, sondern einfach auf mich zukommen lassen. Wie weit ich gehe, wo ich nächtige und wie lange ich mich an welchem Ort aufhalten werde, hängt von vielen Faktoren wie dem Wetter, meinem gesundheitlichen Zustand, der Schönheit der Landschaft sowie der Gangbarkeit der Wege usw. ab.

Ich bin kein Mensch, der alles allzu detailliert plant, das würde ich als zu strenges Korsett empfinden, Städte und Landschaften "erwandere" ich mir gerne und daher möchte ich mich auch - oder gerade - auf dem Camino auf mein Bauchgefühl verlassen.

Einfach durch die Gegend streifen

Fix ist nur, dass ich am 9. Tag in Pamplona sein und von dort mit dem Bus zurück nach Bayonne fahren werde. Hier verbringe ich auch die 9. Nacht in einem einfachen und günstigen Hotel, fahre am 10. Tag mit dem TGV nach Paris zurück und nehme von dort aus den letzten Flieger am Abend zurück nach Wien.

Mehr ist aus familiären Gründen im Moment nicht möglich, sollte ich es aber gesundheitlich schaffen, möchte ich den Camino mit Gottes Hilfe im Spätsommer oder Herbst weitergehen.


Donnerstag, 12. März 2015

Und das hab ich jetzt auch ...


Diese beiden Dinge haben mir noch gefehlt: Funktionssocken und ein Handtuch aus Mikrofaser.

Gefunden habe ich sie beim "Kaffeeröster". Das Sporthandtuch (mit 60 x 165 cm ist es eher ein Badetuch) wiegt samt integriertem wasserundurchlässigem Beutel nur 250 g (also um 63 g weniger als das in den Pilgerforen immer wieder erwähnte Tuch von Pearl, welches zwar etwas größer ist, aber über keinen Beutel verfügt) und scheint mir auch als Liegetuch/Bettauflage etc. geeignet.
Die Socken (im Internet zwar als "Herren Sportsocken" angepriesen, aber warum sollte ich nur dafür, dass ich gleichwertige Socken in Pink bekomme, mehr bezahlen?) scheinen mir ebenfalls OK, ein weiteres ganz dünnes Paar für Stadtspaziergänge nehme ich zusätzlich mit. 

Da ich für meine erste Wanderung auf dem Jakobsweg aus verschiedenen Gründen ja nur 10 Tage eingeplant habe, denke ich, dass das auch ideal ist, um die verschiedenen Teile meiner Ausrüstung auf ihre Brauchbarkeit zu testen und gegebenenfalls bevor es (im Herbst?) dann richtig losgeht, gegen besseres Material zu ersetzen. 

Im Pilgerforum bekam ich den Tipp, mich vor meiner Rückrese doch in Pamplona bei Decathlon umzusehen und das möchte ich auf jeden Fall tun, denn hier in Österreich gibt es keine Decathlon-Niederlassung und sie versenden komischerweise auch nicht zu uns. In Zeiten der EU und des Online-Handels eine sehr ungewöhnliche Situation, für die ich bisher keine Erklärung gefunden habe ...