Posts mit dem Label San Pedro de Ramallosa werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label San Pedro de Ramallosa werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 20. Juni 2017

Pazo Pías, S. Pedro de la Ramallosa - Erfahrungsbericht

Hospederia Pazo Pías, S. Pedro de la Ramallosa

Etwas abseits der Hauptstraße von S. Pedro, in einer ruhigen Seitengasse, liegt - inmitten eines wunderschönen Parks - die Hospedería Pazo Pías. In dem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, einem ehemaligen Kloster, kann man zwischen Einzelzimmern mit fließend Wasser und Gemeinschaftsbad oder mit integriertem Bad, Doppelzimmern und Suiten wählen. Außerdem verfügt das Haus über ein Restaurant, Seminarräume und drei Kapellen.


Ich bezahlte 15 € für ein Einbettzimmer, von dem ich einen schönen Blick auf grüne Wiesen und Hügel hatte, auch hier war frische Bettwäsche im Preis inbegriffen.


Das Haus ist barrierefrei/ rollstuhlgerecht, gleich in der Nähe, auf der Hauptstraße von San Pedro befinden sich zahlreiche Lokale und Geschäfte, 2 Supermärkte und ein kleines Einkaufszentrum.



Aufenthaltsraum im Pazo Pías

Resümee:
Ein idealer Ort, um nach einem langen Pilgertag und vielleicht mehreren vorausgehenden Nächten im Schlafsaal, einmal richtig zu entspannen und wieder zu sich selbst zu finden. Wifi in allen Zimmern, sehr sauber, nettes Personal. Insgesamt ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und absolut empfehlenswert!

Die romanische Brücke von Ramallosa über den Río Miñor

Dienstag, 9. Mai 2017

Camino Portugues - Tag 10: San Pedro de Ramallosa - Nigrán - Vigo


 
Vigo im Fußballfieber

Vigo ist eine fußballbegeisterte Großstadt und außerdem die größte Stadt Galiciens, ein bedeutender Hafen, und heute ist es hier extrem schwül, wozu noch kommt, dass das Kaps Hostel - ein von außen gesehen beeindruckender Glasbau - weder über Zimmerfenster, noch über eine funktionierende Klimaanlage verfügt.

Gefunden habe ich es jedenfalls auf Anhieb, auf das Check-in musste ich eine Weile warten, doch die Zimmer sind sehr geräumig, ja, wenn nur das mit der Hitze nicht wäre ...

Aber zurück zum Anfang! Im Pazo Pias schlief ich in meinem Einzelzimmer bei offenem Fenster lang und gut und machte mich erst um 8:30 auf den Weg. Das vom Hospitalero angekündigte Gewitter war ausgeblieben und noch immer war es drückend heiß.

Nach etwa 3 km leicht bergauf war ich schon wieder total durchnässt und beschloss daher, mich in Nigrán auf die Terrasse eines Cafés zu setzen und mir Kaffee und Orangensaft zu bestellen.


So gestärkt setzte ich meinen Weg Richtung Vigo fort, der mich zuerst entlang der Straße stetig leicht und später dann durch den Wald ziemlich steil bergauf in die Montes de Vigo führte.


Die Beschilderung dieser Etappe hat - sagen wir einmal - noch ziemliches Verbesserungspotential, und wenn dann doch irgendwann ein gelber Pfeil auftauchte, so führte er in die Sierra und überließ einen dort seinem Schicksal.

O Alto da Medona
So passierte es nicht nur mir, und ich landete auf einem "öko-archäologischen Rundwanderweg", der zwar historisch interessant war und auch eine tolle Aussicht auf Vigo und die Atlantikküste bot, aber mich ziemlich im Kreise führte. Mitten in der Pampa zwischen kniehohem Gestrüpp stieß ich auf ein Pärchen, dem ich in den letzten Tagen schon mehrmals auf dem Camino begegnet war. Offensichtlich müde vom Anstieg machten sie ein Picknick neben einer Tafel, die darüber informierte, dass es von hier aus nur mehr 100 km bis Santiago waren.

Noch 100 km bis Santiago

Doch wie dorthin gelangen? Gelbe Pfeile sah ich keine, daher folgte ich einer blau-weißen Markierung durch den Parque Forestal de Saiáns, wo weitere Tafeln über den Wald an sich und die darin verborgenen archäologischen Reste aus der Bronzezeit Auskunft gaben.
Das war zwar einige Zeit lang interessant, aber ich kam der Stadt Vigo, wo ich noch kein Zimmer für die Nacht hatte, dadurch nicht näher, weshalb ich schweren Herzens entschied, den Weg wieder zurück und auf der PO-552 weiter zu gehen. Das war, da nur abschnittsweise ein Gehsteig vorhanden war, auch nicht gerade lustig, aber ich kam meinem heutigen Tagesziel merkbar näher.
Der Weg führte nun wieder bergab durch einige (eher hässliche) Vororte, der Verkehr wurde stärker und schließlich war ich es leid, nur Abgase einzuatmen und dabei mein Leben zu riskieren und stieg in den Bus Nr. 1, der mich in wenigen Minuten zur Plaza España brachte. 

Kaps Hostel, Vigo

Wieder hatte ich Glück: Als ich mein Handy konsultierte, stellte ich zu meiner freudigen Überraschung fest, dass das Hostel, an welches ich gedacht hatte, nur 550 m von hier entfernt war.
Dort angekommen musste ich (siehe oben) noch etwa eine Stunde auf das Einchecken warten, aber in der Lobby war es Gott sei Dank kühler als draußen und so las ich währenddessen meine E-Mails und bearbeitete die heutigen Fotos.

Monumento ao traballo, Vigo

Später nachmittags folgte der übliche Stadtbummel, doch es gelang mir nicht, mich für diese Stadt zu begeistern: Die Baustile waren zu unterschiedlich, um ein harmonisches Ganzes entstehen zu lassen und die Idee, Skulpturen mit den Insignien des lokalen Fußballclubs Celta zu dekorieren, fand ich ebenfalls etwas gewagt.

Ich aß eine Kleinigkeit im Casco Viejo, kaufte noch ein paar Sachen für das Frühstück ein und kehrte dann ins Hostel zurück, um meine Wäsche aufzuhängen und meine Füße ein wenig hochzulagern.
Für morgen ist wieder Regen angesagt, und für eine kleine Abkühlung wäre ich wirklich dankbar ...

Erkenntnisse des Tages:
Langsam kommt es mir verdächtig vor, wenn nach Kilometern ohne Hinweisschilder plötzlich ein gelber Pfeil auftaucht und einen von der Straße weglenkt. Man kann dann nämlich mit höchster Wahrscheinlichkeit annehmen, dass es spätestens nach ein paar Metern steil bergauf durch den Wald in ein landschaftlich schönes, aber  menschenleeres Naturschutzgebiet gehen wird, aus dem man auch wieder herausfinden muss ...
In Vigo gibt es zwei Decathlons, für mich derzeit nicht von Interesse (Funktionskleidung ist bei diesen klimatischen Bedingungen eher kontraproduktiv), aber vielleicht interessiert es ja irgendwen.

Montag, 8. Mai 2017

Camino Portugues - Tag 9: Mougás - Baiona - San Pedro de Ramallosa



In der Herberge gab es kein Frühstück und auch das dazugehörige Café nebenan war um 8:00 Uhr noch geschlossen. So machte ich mich erstmal auf den Weg. Ich wusste, dass sich etwa 2 km weiter ein Campingplatz befand und hoffte, dass dort bereits geöffnet war. Dies war auch der Fall und mit Kaffee, Orangensaft und einer Magdalena gestärkt ging es weiter in Richtung Baiona.


Die extrem hohe Luftfeuchtigkeit bewirkte, dass ich schon nach wenigen Kilometern total verschwitzt war. Verlief der Weg anfangs noch leicht bergauf entlang der Straße, so bog er dann nach rechts Richtung Innenland ab und es folgte ein längerer Anstieg auf einem schmalen und steinigen Waldweg auf den Monte A Groba.

Anstieg auf den Monte A Groba
Die Hitze machte mir ziemlich zu schaffen, doch zum Glück war ich bald oben angekommen und konnte trotz des Nebels im Tal die schöne Aussicht genießen. Oben befand sich auch ein sehr schöner, schattiger Rastplatz, ideal für eine kleine Ruhepause.

Nun ging es eine Weile bergab und nach etwa einer halben Stunde erreichte ich das Stadtzentrum von Baiona und die gerade durch ihre Einfachheit beeindruckende gotische Basilika Santa Maria de Baiona. Stempel bekam ich hier leider keinen, den Rosenkranz betenden Geistlichen wollte ich in seiner Andacht nicht stören, und so zog ich weiter.

Bucht von Baiona

Im Hafen angekommen kehrte ich zuerst einmal in ein Café ein und bestellte mir Tapas mit Bier, denn ich war von dem steilen Anstieg bei der hohen Luftfeuchtigkeit und die brennende Sonne beim anschließenden Abstieg nach Baiona durstig und erschöpft. Hier bekam ich auch meinen Stempel und beschloss nach einer kurzen Ruhepause weiter zu ziehen.


Nun ging es eine Weile am Hafen entlang bis zu einer Sandbucht und von dort in den schönen Vorort Sabaris, wo gerade der Wochenmarkt stattfand. Ich schlenderte ein wenig zwischen den Ständen hin und her und erstand schließlich eine leichte Baumwolltunika als Alternative zu meinen  Funktionsshirts, in welchen ich mich in den letzten Tagen gefühlt hatte, als wäre ich in einer Sauna.

Wochenmarkt in Sabaris
Von hier aus war es nun nicht mehr weit bis San Pedro de Ramallosa, wo mir Einheimische die Pilgerherberge Pazo Pias empfohlen. Diese befindet sich in einem wunderschönen, schlossartigen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert inmitten eines großen und gepflegten Parks, und das Beste daran war: Ich bekam auf Anhieb ein Einzelzimmer mit Blick ins Grüne zum Preis von 15 €.

Herberge Pazo Pias, San Pedro de Ramallosa

Nach und nach trudelten weitere Pilger ein, denen ich teilweise schon unterwegs begegnet war. Ich duschte und zog mich um, anschließend machte ich wie immer einen kleinen Stadtbummel und kaufte im Supermarkt für Abendessen und Frühstück ein.
Dass die derzeit hier herrschende drückende Hitze von 29° im Schatten nichts Gutes verhieß, hatte ich bereits geahnt und der Hospitalero bestätigte meine Befürchtungen: Für den nächsten Tag wurden schwere Unwetter vorhergesagt.
So lasse ich auch für morgen einmal alles offen. Mein Ziel wäre Vigo, doch dorthin muss ich erst einmal gelangen.

Erkenntnisse des Tages:
Spanien und seine Berge haben mich wieder! Die Compostela muss schließlich verdient werden ...
Der Camino sorgt wie immer für mich und führt mich auch ohne genaue Planung an die für mich besten Orte. Dafür bin ich dankbar und nehme demütig das Gebotene an.