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Montag, 19. Juni 2017

Albergue Turístico Aguncheiro, Mougás - Erfahrungsbericht


Albergue Turistico, Mougás

Die private Albergue Turistico Aguncheiro in Mougás ist nicht nur aufgrund ihrer tollen Lage direkt an der Küste, sondern auch wegen des guten Essens nicht nur bei Pilgern, sondern auch bei den Einheimischen als Ausflugsziel sehr beliebt.



Sie ist ganzjährig geöffnet und wird sowohl als Herberge, als auch als Pension mit Privatzimmern geführt.

Im Preis von 10 € pro Bett und Nacht sind frische Bettwäsche, Handtücher sowie ein versperrbares Rucksackfach inbegriffen. Die Zimmer und Sanitäranlagen sind geräumig, im Aufenthaltsraum steht eine Mikrowelle zur Verfügung.

Das Haus ist barrierefrei (rollstuhlgerechtes Bad) und auch Radpilger sind gerne gesehen (Radabstellplatz vorhanden).


"Pimientos de Padrón"

Ich habe hier unter einem Sonnenschirm einen sehr schönen und entspannten Sonntag Nachmittag verbracht, meine Füße zwischendurch ins Meer gesteckt, Vögel beobachtet und sehr gut gegessen.

Abkühlung im Meer

Fazit: Absolut empfehlenswert!

Montag, 8. Mai 2017

Camino Portugues - Tag 9: Mougás - Baiona - San Pedro de Ramallosa



In der Herberge gab es kein Frühstück und auch das dazugehörige Café nebenan war um 8:00 Uhr noch geschlossen. So machte ich mich erstmal auf den Weg. Ich wusste, dass sich etwa 2 km weiter ein Campingplatz befand und hoffte, dass dort bereits geöffnet war. Dies war auch der Fall und mit Kaffee, Orangensaft und einer Magdalena gestärkt ging es weiter in Richtung Baiona.


Die extrem hohe Luftfeuchtigkeit bewirkte, dass ich schon nach wenigen Kilometern total verschwitzt war. Verlief der Weg anfangs noch leicht bergauf entlang der Straße, so bog er dann nach rechts Richtung Innenland ab und es folgte ein längerer Anstieg auf einem schmalen und steinigen Waldweg auf den Monte A Groba.

Anstieg auf den Monte A Groba
Die Hitze machte mir ziemlich zu schaffen, doch zum Glück war ich bald oben angekommen und konnte trotz des Nebels im Tal die schöne Aussicht genießen. Oben befand sich auch ein sehr schöner, schattiger Rastplatz, ideal für eine kleine Ruhepause.

Nun ging es eine Weile bergab und nach etwa einer halben Stunde erreichte ich das Stadtzentrum von Baiona und die gerade durch ihre Einfachheit beeindruckende gotische Basilika Santa Maria de Baiona. Stempel bekam ich hier leider keinen, den Rosenkranz betenden Geistlichen wollte ich in seiner Andacht nicht stören, und so zog ich weiter.

Bucht von Baiona

Im Hafen angekommen kehrte ich zuerst einmal in ein Café ein und bestellte mir Tapas mit Bier, denn ich war von dem steilen Anstieg bei der hohen Luftfeuchtigkeit und die brennende Sonne beim anschließenden Abstieg nach Baiona durstig und erschöpft. Hier bekam ich auch meinen Stempel und beschloss nach einer kurzen Ruhepause weiter zu ziehen.


Nun ging es eine Weile am Hafen entlang bis zu einer Sandbucht und von dort in den schönen Vorort Sabaris, wo gerade der Wochenmarkt stattfand. Ich schlenderte ein wenig zwischen den Ständen hin und her und erstand schließlich eine leichte Baumwolltunika als Alternative zu meinen  Funktionsshirts, in welchen ich mich in den letzten Tagen gefühlt hatte, als wäre ich in einer Sauna.

Wochenmarkt in Sabaris
Von hier aus war es nun nicht mehr weit bis San Pedro de Ramallosa, wo mir Einheimische die Pilgerherberge Pazo Pias empfohlen. Diese befindet sich in einem wunderschönen, schlossartigen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert inmitten eines großen und gepflegten Parks, und das Beste daran war: Ich bekam auf Anhieb ein Einzelzimmer mit Blick ins Grüne zum Preis von 15 €.

Herberge Pazo Pias, San Pedro de Ramallosa

Nach und nach trudelten weitere Pilger ein, denen ich teilweise schon unterwegs begegnet war. Ich duschte und zog mich um, anschließend machte ich wie immer einen kleinen Stadtbummel und kaufte im Supermarkt für Abendessen und Frühstück ein.
Dass die derzeit hier herrschende drückende Hitze von 29° im Schatten nichts Gutes verhieß, hatte ich bereits geahnt und der Hospitalero bestätigte meine Befürchtungen: Für den nächsten Tag wurden schwere Unwetter vorhergesagt.
So lasse ich auch für morgen einmal alles offen. Mein Ziel wäre Vigo, doch dorthin muss ich erst einmal gelangen.

Erkenntnisse des Tages:
Spanien und seine Berge haben mich wieder! Die Compostela muss schließlich verdient werden ...
Der Camino sorgt wie immer für mich und führt mich auch ohne genaue Planung an die für mich besten Orte. Dafür bin ich dankbar und nehme demütig das Gebotene an.

Sonntag, 7. Mai 2017

Camino Portugues - Tag 8: A Guarda - Oia - Mougás

 
Die Entscheidung, gestern mit der Fähre nach Spanien übersetzen und dort den Küsteweg Richtung Vigo zu laufen hat sich eindeutig bewährt. Die Landschaft ist von einer unglaublichen Schönheit, der Weg ist nicht überlaufen und subjektiv gesehen war der Weg von A Guarda nach Mougás für mich die bisher schönste Etappe auf dem Camino.


Am Morgen ließ ich es heute gemütlicher angehen, frühstückte relativ spät im Hotel, unterhielt mich noch ein Weilchen mit der Wirtin und brach erst gegen 09:00 Uhr von dort auf.



Das Wetter war herrlich, der Himmel wolkenlos und die Strecke führte zunächst auf einem Fußgänger- und Radweg leicht bergauf. Das war mir fast lieber als bergab, zumal es dadurch, dass der Weg am Fuße eines Gebirges verläuft, das auf der rechten Seite hoch über der Küste in die Höhe ragt, angenehm schattig war. 

So sollte es auch auf dem ersten Drittel meiner heutigen Etappe bleiben. Anschließend führte der sehr gut gekennzeichnete Camino zwischendurch immer wieder durch den Wald. Ich genoss - im Vergleich zu den Holzbohlen und dem  Kopfsteinpflaster in Portugal - den weichen, gut befestigten Waldweg und natürlich auch die asphaltierten Abschnitte entlang der PO-552.


Unterwegs begegnete ich immer wieder dem Pärchen, das mir gestern das Hotel Bruxellas empfohlen hatte, trank mit ihnen gemeinsam bei einem sehr "urigen" Imbissstand irgendwo auf der Strecke Kaffee und später in Oia noch ein Bier. Heute war überall viel los, denn es war nicht nur Sonntag, sondern hier auch Muttertag.

Albergue Turistica in Mougás

Ich erreichte mein heutiges Etappenziel, von der Sonne und der Hitze auf dem letzten Abschnitt schon ziemlich ermüdet, kurz nach 14 Uhr und bekam auch in der Albergue Turistica sofort ein Bett, duschte, wusch meine Sachen und hängte sie zum Trocknen auf, bevor ich mir in der angeschlossenen Bar einen großen Salat und später ein Eis bestellte.

Am Ufer von Mougás
Dort verbrachte ich auch unter einem großen Sonnenschirm den Großteil des restlichen Nachmittags, ging zwischendurch hinunter zu den Klippen am Meer und ließ diesen herrlichen Tag gemütlich bei einem guten Abendessen ausklingen.

Erkenntnisse des Tages:
Wie schön, wieder in Spanien zu sein! Ich genieße es, auf sehr gut befestigten und markierten Wegen zu pilgern.
Sprachprobleme gibt es hier für mich ebenfalls keine mehr und ich kann mich endlich wieder mit den Einheimischen ein wenig unterhalten.
Morgen werde ich Baiona erreichen, das von allen sehr gelobt wird und kann daher nicht sagen, ob ich vielleicht dort bleiben werde, um mich in der Stadt ein wenig umzusehen oder nicht.
Meine Strategie, die Etappen nicht exakt im Voraus zu planen, sondern mich auf mein Bauchgefühl zu verlassen, bewährt sich bisher auch auf dem Camino Portugues.