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Dienstag, 6. Oktober 2015

Albergue de peregrinos San Saturnino, Ventosa - Erfahrungsbericht

Albergue San Saturnino, Ventosa - warten auf's Aufsperren

Diese kleine private Herberge in Ventosa, einem Dörfchen etwa auf halber Strecke zwischen Navarrete und Nájera, ist - wie man bei uns sagen würde - ein echtes "Schmankerl". Da die Ortschaft Ventosa so nahe beim (offiziellen) Etappenende Nájera liegt, nehmen viele höchstens in der Bar am Ortsrand einen kleinen Imbiss zu sich, ein Nachmittag/Abend bzw. eine Nächtigung in "San Saturnino" ist jedoch meines Erachtens wirklich zu empfehlen, Entspannung garantiert!


Der wunderschöne Garten der Herberge

Die Herberge öffnet täglich um 13:00 Uhr und bietet Platz für 42 Personen, verteilt auf mehrere Zimmer mit je 8 - 10 Betten, gepflegte Duschen und sanitäre Anlagen und ein eigenes Waschhaus hinten im Garten mit Waschmaschinen und Trocknern (Preis mit 4 €/Waschgang allerdings relativ hoch). Aufhängen kann man die Wäsche im Garten oder auf der Terrasse, Wäscheleinen und -ständer sind in ausreichender Anzahl vorhanden.

Der kleine "Tante Emma-Laden" (Öffnungszeiten 16 - 20 Uhr) im Erdgeschoß bietet Lebensmittel, Getränke, Toilettartikel und einige nette Souvenirs, gekocht und gegessen werden kann in der hellen, sauberen Küche oder bei Schönwetter draußen auf der Terrasse.

Im integrierten kleinen Laden gibt es alles für eine einfache Pilgermahlzeit

Abends ist es dann möglich, im gemütlichen Aufenthaltsraum, der auch über eine kleine Bibliothek verfügt, bei leiser klassischer Musik zu entspannen, zu lesen oder Gesellschaftsspiele zu spielen. Auch W-LAN ist in sehr guter Qualität vorhanden und die 10 € pro Bett und Nacht sind in meinen Augen für das Gebotene mehr als gerechtfertigt.


Aufenthaltsraum Albergue San Saturnino

Morgens wurden wir wieder von leiser Musik (Gregorianische Choräle) beim Zusammenpacken und Schuhe anziehen begleitet, bevor wir uns wiederum auf den - Ende September um 7 Uhr noch stockdunklen  - Weg machten...

Pluspunkte:

Sehr nette, familiäre Atmosphäre, kleine Zimmer
sauber und gepflegt, sehr freundliche Aufnahme
Lebensmittelladen direkt im Haus, preisgünstiger, aber ausgezeichneter Wein aus der Region
sehr gut ausgestattete Küche, insgesamt viel Platz zum Chillen, sowohl drinnen als auch im Garten

Weniger gut:

Benützung der Waschmaschinen und Trockner mit je 4 € teuer


Montag, 5. Oktober 2015

Albergue municipal de peregrinos de Navarrete - Erfahrungsbericht

Pilgerherberge in Navarrete

Eine der Pilgerherbergen mit den nettesten Hospitaleras war die des Vereins der Freunde des Jakobswegs von La Rioja in Navarrete. Als ich dort war, taten gerade zwei gut gelaunte Französinnen Mitte 70 freiwillig Dienst in der Herberge und zur Begrüßung gab es sogar Bonbons.

Erschöpfte Pilger warten auf das Öffnen der Herberge um 13:30

Die kleine, familiäre Herberge in der c/San Juan bietet Platz für 34 Personen, verteilt auf 4 Zimmer. Duschen, sanitäre Anlagen und eine schöne, geräumige Küche und eine Waschmaschine sind vorhanden, ein Supermarkt befindet sich gleich gegenüber.

Schöne, gut ausgestattete und geräumige Küche
 
Nur wenige Meter von der Herberge entfernt: Das Café Los Arcos und die sehr empfehlenswerte, von einem Italiener geführte Bar Deportivo mit ihren hervorragenden Tapas, Suppen und Weinen.


Gleich daneben: Café Los Arcos
Aber auch sonst ist Navarrete - der Ort liegt schon von Weitem sichtbar auf dem ca. 500 m hohen Cerro Tedeón - auf jeden Fall einen Abstecher wert: Sehr schön, die äußerlich eher unscheinbare, aber drinnen um so prunkvollere Pfarrkirche Iglesia de la Asunción de María. Wenn man ein paar Münzen in den dafür vorgesehenen Automaten einwirft, geht die Beleuchtung an und man kann das Innere der Kirche in seiner vollen Pracht bewundern. Als ich dort war, spielte zusätzlich leise Musik.
 
Pfarrkirche Iglesia de la Asunción de María







Sonntag, 27. September 2015

Tag 8: Navarrete - Cenicero - Ventosa

In der Provinz Rioja verläuft der Jakobsweg teilweise entlang der sogenannten "Ruta del Vino" und ich hatte schon vor meiner Abreise einem lieben Freund versprochen, für ihn in Cenicero, der Heimat des berühmten "Marqués de Cáceres" vorbeizuschauen.

Der kleine Ort Cenicero gehört wie Navarrete und Nájera zu den Vororten von Logroño und ist daher auch mit dem "Metropolitano" (eine Buslinie, welche die Ortschaften im Umkreis verbindet) rasch und bequem erreichbar.


 Ich fuhr also gegen 8 Uhr Morgens von Navarrete nach Cenicero, wo ich gegen 08:30 ankam.

Altstadt von Ceniceero
Puente/Brücke von Cenicero

Die Kleinstadt mit etwas mehr als 2000 Einwohnern am Rio Ebro lebt praktisch vom Wein und als ich hinkam, war die Weinlese voll im Gange: Mit blauen Trauben hoch beladene Traktoren, Hochbetrieb in den Winzergenossenschaften und überall der unverkennbare Geruch von Weinkellereien ...

Monumento a la vendimia/Weinlese-Denkmal

Wie versprochen erledigte ich meinen Auftrag in den luxuriösen Botegas Marqués de Cáceres
und fuhr anschließend wieder zurück nach Navarrete.


Botegas Marqués de Cáceres, Cenicero
Schauraum der Vinothek der Botegas Marqués de Cáceres

Es war nun etwa 10:30 und ich beschloss, von Navarrete nach Ventosa weiterzuwandern, wo ich kurz nach Mittag ankam.

Albergue San Saturnino

Die private Albergue de peregrinos San Saturnino gehört mit einem Preis von 10 € pro Bett nicht zu den billigsten Unterkünften, das wunderschöne, liebevoll gestaltete Ambiente ist jedoch jeden Cent - und den Umweg nach Ventosa, das viele auf dem Weg nach Nájera links liegen lassen - auf jeden Fall wert.


Innenhof der Herberge San Saturnino

Hier konnte ich wieder einmal meine Wäsche in der Maschine waschen, kaufte ein paar Lebensmittel im "Tante Emma-Laden" im Erdgeschoß des Hauses ein und bereitete mir wieder einmal ein feines warmes Abendessen zu.

Aufenthaltsraum
Den Rest des Abends verbrachte ich dann im Aufenthaltsraum lesend, bei klassischer Musik und Kerzenschein und dem Duft von Räucherstäbchen... Was für ein wunderbarer, erfüllter Tag!


"Friede denen, die ankommen, Gesundheit denen, die hier wohnen, Glück denen, die auf dem Camino unterwegs sind ..."



Tag 7: Logroño - Navarrete: Ultreja!


In Logrono hielt mich wirklich nichts: Der Lärm, der Schmutz, die ungemütliche Unterkunft, das alles machte es mir leicht, sehr früh am Morgen in Richtung Navarrete aufzubrechen.


Nachdem man endlich aus der Stadt draußen ist, geht es durch eine Unterführung, den Túnel del Camino, auf der der Jakobsweg und seine Pilger von Künstlern bildlich dargestellt wurden, immer den gelben Pfeilen nach in den 450 Hektar großen, wunderschönen Naturpark von La Grajera.

 

Inmitten des Parks liegt ein großer künstlicher Stausee (Embalse de La Grajera), und nachdem ich langsam hungrig geworden war und die Schutzhütte bereits geöffnet hatte, kehrte ich hier zum Frühstück ein.


So gestärkt war es dann auch keine Hexerei mehr, den Anstieg nach Navarrete zu bezwingen ;-)

Alto de la Grajera

Der Camino verlief nun zunächst über eine Anhöhe (Alto de la Grajera) mit einem großen eisenen Gipfelkreuz und anschließend ein Stück entlang der Autobahn.

Von Pilgern in den Zaun entlang der Autobahn geflochtene Kreuze

Das letzte Stück des Weges führte an den Ruinen des alten Pilgerspitals "San Juan de Acre" vorbei, dann ging es nochmals steil bergauf in die Ortschaft Navarrete, wo es mir so gut gefiel, dass ich beschloss, den Rest des Tages und die Nacht hier zu bleiben ...

Ruinen des alten Pilgerhospitals San Juan de Acre

Die Pilgerherberge hatte noch nicht offen und so verbrachte ich die Wartezeit bis 13:30 Uhr an einem schattigen Plätzchen auf der Terrasse des Restaurante Bar Deportivo.

Restaurante Bar Deportivo

Die vom Verein der Freunde des Jakobswegs von La Rioja verwaltete städtische Pilgerherberge in einem wunderschönen historischen Gebäude war eine sehr positive Überraschung und ich habe mich hier sofort heimisch gefühlt. Die beiden sehr netten französischen Alberghieras Mitte 70, die - wie sie mir erzählten - als Freiwillige hier 14 Tage ihren Dienst verrichteten, trugen das Ihre dazu bei. 

Albergue municipal de peregrinos

Nachdem ich die Altstadt mit der von außen eher unscheinbaren, aber innen reich verzierten Iglesia de Santa María de la Asunción und das Keramikmuseum besichtigt hatte, kaufte ich im Supermarkt gleich gegenüber der Herberge für das Abendessen ein und bereitete mir zum ersten Mal auf diesem Camino ein warmes Nachtmahl zu. 

Iglesia de Santa María de la Asunción

So ging einer der schönsten Tage auf dieser Strecke langsam zu Ende ...
 
Stadtbrunnen vor der Kirche