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Mittwoch, 7. Juni 2017

Bellamar Hostel, Vila do Conde - Erfahrungsbericht

Bellamar Hostel, Via do Conde

Das Bellamar Hostel in Vila do Conde ist ein echtes Juwel. Es befindet sich in einem historischen Gebäude auf der Praça da República 84, direkt an der Esplanade des Rio Ave. Die Haupteinkaufsstraße von Vila do Conde mit zahlreichen Lokalen, Geschäften und Sehenswürdigkeiten ist gleich in der Nähe, man braucht nur rechts abzubiegen und dann gradeaus weiterzugehen. Auch zum Strand sind es nur wenige Minuten.

Mein Zimmer im Bellamar Hostel

Zum Preis von 12 € inkl. Frühstück bekam ich ein Bett in einem sehr schönen Vierbettzimmer für Frauen mit eigenem Bad, Terrasse und TV. Die Betten waren frisch überzogen und es gab sogar eigene Handtücher.

Um 3 € konnte ich meine Wäsche waschen und sie im Hof hinter dem Haus an der Wäscheleine zum Trocknen aufhängen.


Blick aus dem Fenster auf den Rio Ave

Zusammenfassung:
Eines der schönsten Hostels auf meinem Camino mit einem tollen Preis-Leistungsverhältnis, wobei besonders das eigene Bad (von der Ausstattung her eher wie in einem Hotel, als in einem Hostel) sehr positiv hervorzuheben ist. Sehr nette und hilfsbereite Betreiber, unbedingt empfehlenswert.

Gemeinschaftsküche vorhanden. Auch Reservierungen möglich.


Igreja Matriz de Vila do Conde


Donnerstag, 4. Mai 2017

Camino Portugues - Tag 5: Esposende - Viana do Castelo

Frühstück im Hostel 11, Esposende


Viana do Castelo ist eine große Hafenstadt an der Mündung des Rio Lima in den Atlantik. Die sehr gepflegte Altstadt mit ihren vielen Kirchen und Palästen, Terrassencafés und kleinen Läden ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Ich brach heute Morgen schon um 7:00 auf. Die Leute vom Hostel 11 in Esposende hatten mir das Frühstück extra schon früher als den anderen hingestellt, denn es sollte wieder ein langer Tag werden und ich wollte die morgendliche Kühle nützen. Leider hatte ich mich getäuscht: Die Luftfeuchtigkeit war bereits früh morgens extrem hoch und schon nach wenigen Kilometern war ich völlig durchgeschwitzt.

Die Strecke führte zunächst entlang der Esplanade und am Naturpark Litoral Norte vorbei, bog aber bald ins Hinterland ab und es ging auf einer stark befahrenen Landstraße durch die Dörfer Marinhas, Belinho und S. Bartolomeo do Mar mit seiner schönen Kirche.
Naturpark Litoral Norte

Langsam wurde es sehr heiß, die Strecke zog sich an Industriebetrieben, Wohnhäusern und Gärten dahin, ein echter Gehsteig war auf der gesamten Strecke nicht vorhanden, und erst auf dem letzten Drittel der Etappe bog der Weg endlich links in ein Waldstück ab.

Bei 26 Grad im Schatten und sehr geschlaucht zog ich am frühen Nachmittag über die Eiffel-Brücke, eine kolossale Stahlkonstruktion aus dem Hause Gustav Eiffel, in Viana (sprich: Vienna) ein. Hier aß ich zunächst eine Kleinigkeit, trank einen Kaffee und machte mich anschließend auf die Suche nach der Jugendherberge.

Jugendherberge (Pousada de Juventude) in Viana

Diese befindet sich am Stadtrand, direkt an der Uferpromenade gleich bei der Eiffel-Brücke, inmitten einer schönen Grünanlage. Ich hatte Glück und bekam ein Zimmer mit Terrasse und Blick auf den Fluss.
Am Nachmittag machte ich noch einen kleinen Stadtbummel, es war jetzt etwas kühler und für morgen wurde Regen vorausgesagt. Daher ist auch meine Etappenplanung für den morgigen Tag noch offen ...
 

In der Altstadt von Viana do Castelo


Erkenntnisse des Tages:
Hier herrscht offensichtlich die Sitte, den Zimmerpreis inklusive Frühstück zu kalkulieren. Dieses wird jedoch so spät angesetzt (im Durchschnitt zwischen. 8 und 10), dass es für Pilger kaum in Frage kommt. Außerdem halte ich die Preise in dieser Form (12 - 15 € für ein Bett + ein kontinentales Frühstück) angesichts der landesüblichen Preise für Kaffee und Mehlspeisen für übertrieben.
Die Strecke verlief bis jetzt durchwegs eben und entspricht im Vergleich zum spanischen Jakobsweg eher einem gemütlichen Spaziergang, nur das Kopfsteinpflaster und die schwüle Hitze stellen eine gewisse Herausforderung dar.
Die Kennzeichnung auf der heutigen Etappe könnte besser sein, auch in der Stadt sind mir heute Nachmittag keine gelben Pfeile oder Muscheln aufgefallen, sodass ich mich morgen wahrscheinlich wieder auf meinen eigenen Ortssinn verlassen muss, um den Küsteweg nach Norden zu finden...

Mittwoch, 3. Mai 2017

Camino Portugues - Tag 4: Vila do Conde - Esposende



Memorial aos Náufragos, Vila do Conde

Strahlend blauer Himmel und sommerliche Temperaturen heute auf der Etappe Vila do Conde - Esposende. Ich hatte schon erwartet, dass es sehr heiß werden würde und verließ daher das Hostel noch vor dem Frühstück, gegen 7 Uhr. 




Zunächst ging es aus der Stadt hinaus zum Meer und dort auf der schönen Uferpromenade nach Povóa de Varzim. Die Cafés entlang der Esplanade hatten noch geschlossen (ein Einheimischer erklärte mir, dass sie erst gegen 10 Uhr Vormittags aufsperren) und so verspeiste ich die Reste meiner Vorräte, eine Orange und ein paar Kekse.



Kurz danach - es war jetzt schon sehr heiß und auf dieser Etappe gibt es kaum Schatten - führten mich die gelben Pfeile nach rechts, d.h. weg von der Küste, und es ging nun auf einer endlos langen, stark befahrenen Landstraße zwischen Gärten und Glashäusern nach Norden. Meine Wasserflasche war bereits leer und weit und breit kein Café oder Supermarkt zu sehen. Erst gegen halb 11 erreichte ich in Agucadoura die erste "Padaria", wo ich endlich einen Kaffee trinken und meinen Wasservorrat auffüllen konnte.


Die weitere Strecke bis Faõ verlief ähnlich, mündete jedoch zum Glück nach einigen Kilometern in einen schattigen Föhrenwald, wo bereits einige Pilger Rast eingelegt hatten.  Ein wirklich schöner Abschnitt und im Wald duftete es herrlich nach Harz, Nadelbäumen und Eukalyptus.

Gegen 13 Uhr erreichte ich bereits sehr müde und hungrig das Städtchen Faõ. In einem kleinen Lokal stärkte ich mich um sehr kleines Geld mit einem köstlichen Steak und konnte nun den letzten Teil meiner heutigen Etappe in Angriff nehmen.



Es war nun Gott sei Dank nicht mehr weit. Der Weg führte über eine Brücke über den Fluss Cávado. Ich war nun im Naturpark Litoral Norte und von dort ging es immer den gelben Pfeilen nach bis Esposende, wo ich bereits ein Bett im Hostel "Eleven" vorreserviert hatte.

Igreja Matriz de Esposende

Esposende ist eine kleine und sehr gepflegte Küstenstadt mit mehreren Kirchen, einem nautischen Museum, einer schönen Esplanade und vielen Restaurants und Geschäften. Das Hostel ist modern und gut ausgestattet, Reservierung empfiehlt sich, da es hier sonst nur Hotels gibt und der Ansturm dementsprechend groß ist.



Zusammenfassung:
Schöne und abwechslungsreiche Etappe, Schatten wird man aber hier vergeblich suchen.
Die Infrastruktur auf dem Küsteweg ist sehr gut (Cafés, Sanitäranlagen, Sitzgelegenheiten ...), auf dem Abschnitt durchs Hinterland fehlt sie jedoch vollkommen.
Zudem ist es recht anstrengend, auf dem Kopfsteinpflaster zu laufen.
Auch Rastplätze oder Brunnen wie vom Camino Francés bekannt, gibt es hier nicht, ebenso wenig wie Hinweisschilder mit Entfernungen oder Informationen bezüglich Unterkunfts- oder Einkaufsmöglichkeiten.
Als wunderschön erlebte ich die Vegetation, sowohl entlang der Küste, als auch im Hinterland.

Dienstag, 2. Mai 2017

Camino Portugues - Tag 3: Porto Airport - Vila do Conde

 

Heute passt einfach alles! Angefangen vom Wetter (schön warm, aber nicht zu heiß) über die wunderschöne Etappe des Küstewegs von Porto nach Vila de Conde bis zu den gastronomischen Spezialitäten zu Mittag.


Angefangen hat es natürlich wieder mit einem etwa halbstündigen Umweg ... Ich hatte es mir auf der Karte etwas einfacher vorgestellt, den Flughafen zu umrunden und zur Küste zu gelangen. Also wieder kehrtum und plötzlich sah ich gleich bei der Metrostation einen gelben Pfeil zum Camino da Costa.


Ich war schon um 6:30 losmarschiert, aber letztendlich dauerte es dann doch bis nach 8, bis ich zuerst entlang der Landebahn und anschließend durch eine Unterführung die Ortschaft Lavra erreichte.

Kleine Stärkung in einer schattigen Strandbar

Dann ging alles praktisch wie von selbst. Der Küsteweg ist gut gekennzeichnet, entlang der Strecke gibt es zahlreiche Lokale mit Blick aufs Meer und die Landschaft ist traumhaft schön.

Hostel Bellamar, Vila do Conde

Bereits gegen 13 Uhr erreichte ich mein heutiges Etappenziel Vila do Conde und checkte, da ich auf das Öffnen der Pilgerherberge noch 2 Stunden hätte warten müssen, im wunderschönen Hostel Bellamar, direkt an der Uferpromenade ein.

Nach 3 Tagen wurde es Zeit, Wäsche zu waschen, und danach machte ich mich auf eine Erkundungstour.

Zum späten Mittagessen gönnte ich mir leckere Fischbällchen und zur Feier des Tages ein Glas Wein, später dann noch Kaffee und Kuchen in der Konditorei "O Pasteleiro", das Ganze um einen Pappenstiel.

Erkenntnisse des 3. Tages:
Der Küsteweg ist einzigartig und alle Mühen, dorthin zu gelangen wert
Portugiesisch hört sich an wie ein Gemisch aus Russisch und Chinesisch und Spanisch spricht hier noch immer keiner
Die wenigen Pilger und Pilgerinnen, die derzeit hier unterwegs sind, sind fast alle Deutsche, und da der Weg nicht überlaufen ist, ist es kein Problem, auch ohne Reservierung ein Bett zu bekommen
(Fortsetzung folgt)